Tipps für nervöse Erstklässler-Eltern

ARCHIV - ILLUSTRATION - Mehrere Erstklässler warten am Dienstag (18.08.2009) auf ihre Einschulung in eine Düsseldorfer Grundschule. Schulministerin Löhrmann äussert sich am Freitag auf einer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn in NRW. Foto: David Ebener/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - ILLUSTRATION - Mehrere Erstklässler warten am Dienstag (18.08.2009) auf ihre Einschulung in eine Düsseldorfer Grundschule. Schulministerin Löhrmann äussert sich am Freitag auf einer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn in NRW. Foto: David Ebener/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Morgen startet für viele Kinder in der Region ein neuer Lebensabschnitt – Die besten Ratschläge zum Schulstart von zwei Expertinnen

Rheinberg..  Für tausende Kinder in der Region beginnt Morgen ein ganz neuer Alltag. Nicht selten sind Mama und Papa wegen des Ereignisses aufgeregter als ihre Kinder selbst. Habe ich mein Kind gut genug auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet? Was mache ich, wenn es keinen Anschluss findet, überfordert von den neuen Aufgaben ist? Diese Fragen werden sich heute viele Eltern der neuen Erstklässler stellen, die Morgen mit der Schultüte in einen neuen Lebensabschnitt starten.

Gabi Krekeler, Leiterin der Grundschule St. Peter in Rheinberg und Petra Windeck, Vorsitzende des Landesverbands Nordrhein-Westfalen im Deutschen Familienverband (DFV) raten ganz grundsätzlich: Den Kindern die Zeit lassen, die sie brauchen. Der Schulbeginn sollte entkrampft werden, denn hier geht es nicht um den ersten Job des Kindes sondern um seine Einschulung. Und am wichtigsten: Die Kinder, Kinder bleiben lassen. Keine Fragen beantworten, die das Kind nicht selber gestellt hat und Zeit für die Entwicklung zu lassen. Die NRZ hat die beiden Expertinnen gefragt, worauf es jetzt vor allem ankommt.

Was sollte mein Kind schon können?

Die Kinder müssen noch nicht Lesen, Schreiben und Rechnen können. „Das Kind bleibt auch nach der Einschulung noch Kind. Es gibt also keinen Bruch und auch keinen Ernst des Lebens, der nun beginnt. Die Kinder sollten ein bisschen selbstständig sein, Alttagsgegenstände richtig benennen und ihre Bedürfnisse kommunizieren können. Alles andere gehen wir ganz behutsam mit den Lehrern, Erziehern und unseren Tutoren aus der vierten Klasse an, die jeweils ein i-Dötzchen unterstützen“, beruhigt Gabi Krekeler, die am Donnerstag 72 i-Dötzchen begrüßen wird.

„Wettbewerbe sind keine guten Voraussetzungen“, findet auch Petra Windeck und fügt an: Sechsjährige sollen noch träumen dürfen. Die müssen unendlich viele Dinge lernen und kriegen dafür auch die benötigte Zeit“.

Was, wenn es Probleme mit den Hausaufgaben gibt?

„Versuchen Sie zunächst, ein Gespräch mit den Lehrern zu führen. Grund zur Sorge besteht in den seltensten Fällen. Die Kinder sollen viel Zeit haben und sind keine Maschinen“, rät Petra Windeck. Sieht Gabi Krekeler ähnlich. „Hausaufgaben sind für die ganz Kleinen noch nicht so dramatisch wichtig. Die Mehrzahl erledigt sie ohnehin im offenen Ganztag“.

Mein Kind findet keinen Anschluss. Was kann ich tun?

„Wir tun alles, damit die Kinder sich wohlfühlen. Auch durch unser Tutoren-System, denn ein Gespräch mit einem anderen Kind, kann eine ganz eigene Wirkung haben. Dazu kommt, dass viele schon in der Ferienbetreuung waren und vor den Ferien ihre neue Umgebung kennengelernt haben. Ein Sprung ins kalte Wasser ist es also nicht“, erklärt Krekeler. Helfen können auch die Eltern. „Ruhig mal die Kinder ermutigen, ihre Freunde einzuladen und als Familie aktiv zusammenleben. Dann läuft der Rest von alleine“, rät die DFV-Landesvorsitzende. Die Notfall-Lösung hat Gabi Krekeler in der Hinterhand. „Für Notfälle gibt’s immer das Klassenkuscheltier als treuen Freund. Das trocknet auch die letzten Tränen“.

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