Terrazoo in Rheinberg zeigt Deutschlands einzigen Albino-Alligator

Schmusekätzchen? Uwe Ringelhan hat ein Händchen für den Alligator. Bei ihm ist er lammfromm.
Schmusekätzchen? Uwe Ringelhan hat ein Händchen für den Alligator. Bei ihm ist er lammfromm.
Foto: WAZ FotoPool
Im Rheinberger Terrazoo kann seit Ende Juli der einzige weiße Mississippi-Alligator Deutschlands bestaunt werden. Zoochef Uwe Ringelhan hat zwei Jahre auf das seltene Tier gewartet, das aus Florida nun an den Niederrhein kam.

Rheinberg.. Was für ein Erlebnis! Die Kinder, die ihre Schulferien bei einem Ausflug in den Terrazoo genossen, waren völlig aus dem Häuschen. Denn draußen, auf dem Spielplatz des Reptilienzoos, stapfte ein echter Alligator durch den Sand. Die Besucher starrten das schneeweiße Tier an. Der Alligator starrte mit blassroten Augen zurück. Auch für ihn war der erste Tag im Ausstellungsbereich des Terrazoos ein Erlebnis. Frisch angereist aus Florida, muss sich der Dreijährige an den Anblick von Besuchern und an sein neues Zuhause erst gewöhnen. Im Terrazoo wird Deutschlands einziger Albino-Alligator ab sofort wohnen.

Liebe Eltern, keine Sorge – auf dem Spielplatz tummelt sich das Tier mit den 52 scharfen Zähnchen normalerweise nicht. Nur für die Kameras erlaubte Terrazoochef Uwe Ringelhan der weißen Alligator-Dame einen kurzen Ausflug an die frische Luft. Stolz nahm der Reptilien-Experte das neue Tier auf den Arm. Zwei Jahre hat er auf seinen Albino gewartet, von dem es in der ganzen Welt gerade mal 60 bis 70 Exemplare gibt. Eine Attraktion für den Terrazoo – und eine Herzensangelegenheit für Uwe Ringelhan.

Der Mann mit der imposanten Statur und den tätowierten Unterarmen streichelt den Alligator so liebevoll wie andere ein Schmusekätzchen. Und das, obwohl das mit einem Meter Größe noch längst nicht ausgewachsene Reptil auf seinem Arm ganz sicher nicht nur spielen möchte.

Keine Sorge um die Finger? Uwe Ringelhan grinst und zeigt eine Narbe an der linken Hand. Ein kleiner Alligator-Unfall, aus dem er gelernt hat. Jetzt hat er stets einen Finger unter dem Kiefer des Tieres. Spannt der Alligator hier die Muskeln an, will er beißen.

Ein Alligator auf Diät

Seit 27 Jahren sind Reptilien Uwe Ringelhans Leidenschaft. Für die Bundesländer NRW und Hessen betreibt er die zentrale Reptililienauffangstation, im Terrazoo betreut der Fachmann mit seinen Helfern 600 Tiere, privat züchtet er Alligatoren und persönlich hat er sich nun mit dem seltenen weißen Alliagator einen Traum erfüllt.

Aus dem Ei geschlüpft ist der Kleine auf einer großen Alligatorfarm im Süden der USA. Mehrfach ist Uwe Ringelhan dorthin geflogen, um das Tier, das wegen seiner Körperfarbe in der Natur keine Überlebenschance hätte, zu besuchen. Uwe Ringelhan tippt dem jungen Weibchen mit dem Zeigefinger von oben auf das Maul. Aber die Lady, die von Menschen großgezogen wurde und gelernt hat, bei diesem Klopfzeichen den Mund aufzumachen, ist bockig. Vor der Kamera mag sie ihre Zähne nicht zeigen.

„Jap, jap, jap!“ So lautet der Lockruf, auf den der Alligator hört – wenn er denn Lust dazu hat. Vielleicht ist das Tier aber auch einfach nur beleidigt, weil es noch nichts zu essen gab. Wegen der anstrengenden Reise gibt es aus Gesundheitsgründen eine Woche lang kein Futter. Auch danach ist Diät angesagt. Es lebe das Klischee: Die amerikanische Fastfood-Nation tischt auch für ihre Reptilien zu üppig auf. „Der Alligator ist zu dick“, hat Uwe Ringelhan festgestellt. In den USA durfte er so viel Hackfleisch futtern wie er wollte. In Rheinberg wird er, so Ringelhan, artgerecht ernährt. Das bedeutet: Pro Woche gibt es nicht mehr als eine kleine Ratte oder eine halbe Forelle.

Übrigens: Nicht nur an das neue Gehege muss sich die Albinodame gewöhnen. Sie hat auch einen neuen Zimmergenossen, ein gleichaltriges Alligatormännchen. Der zeigte ihr gestern zwar noch die Zähne, aber was sich neckt, das wird sich vielleicht bald lieben. Vier Jahre haben die beiden Zeit, bis sie alt genug für Nachwuchs sind.

 
 

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