Tandem hilft in Rheinberg bei der Integration

Die Organisatoren der Grafschafter Diakonie, der Tuwas Genossenschaft und der Stadt präsentierten das „Tandem“-Projekt. Von links: (hinten) Monika Giesen, Katharina Pausch, Birgit Kraemer, Gaby Renk, Brigitte Rosbach, Steffi Gohlke, Brigitte Eißner, Ouafae El Azime, Bernard Bauguitte; (vorne): Jürgen Voß, Rosemarie Kaltenbach und Horst Manja.
Die Organisatoren der Grafschafter Diakonie, der Tuwas Genossenschaft und der Stadt präsentierten das „Tandem“-Projekt. Von links: (hinten) Monika Giesen, Katharina Pausch, Birgit Kraemer, Gaby Renk, Brigitte Rosbach, Steffi Gohlke, Brigitte Eißner, Ouafae El Azime, Bernard Bauguitte; (vorne): Jürgen Voß, Rosemarie Kaltenbach und Horst Manja.
Foto: Ellerbrock
Die Stadt Rheinberg, die Grafschafter Diakonie und die Tuwas Genossenschaft starten ihr neues Projekt zur Integration von Flüchtlingsfrauen und -kindern.

Rheinberg..  Nach der Flüchtlingswelle der vergangenen Monate ist Integration heute wichtiger denn je. Diese ist jedoch nicht nur durch den Besuch von Sprachkursen gewährleistet, denn neben der neuen Sprache gilt es auch, eine neue Kultur kennenzulernen. Vor allem Frauen und ihre Kleinkinder bleiben dabei auf der Strecke, denn meistens sind sie aufgrund fehlender Freizeitbeschäftigungen zu Hause und kümmern sich dort um den Nachwuchs.

Die Tuwas Genossenschaft, die Grafschafter Diakonie und die Stadt Rheinberg wollen das Leben für die geflüchteten Frauen und ihre Kinder erleichtern, um sich besser in ihre neue Heimat zu integrieren. Dazu bieten sie seit gestern an fünf Tagen in der Woche von 9 bis 12 Uhr das Projekt „Tandem“ an. „Für die Frauen ist das eine tolle Sache. Sie sollen lernen, dass Berufstätigkeit für Frauen hier normal ist“, erklärt Rosemarie Kaltenbach, die das Projekt auf Seiten der Stadt begleitet. Ziel des Projektes ist es unter anderem, den Frauen die deutsche Kultur näher zu bringen und ihnen ein wenig Abwechslung vom Alltag zu bieten. Der Weg dahin sei aber nicht ganz leicht, denn oftmals müsse man überlegen, wie man die Geflüchteten und ihre Männer von dem Projekt überzeugt, erklärte Bernard Bauguitte, Leiter der Rheinberger Dienststelle der Grafschafter Diakonie. „Wir müssen die Männer überzeugen, dass ihre Frauen hier etwas Sinnvolles machen.“

Zu Beginn sind es elf Frauen

Bei elf Frauen gelang dieses Vorhaben schon, für insgesamt 16 wäre auf jeden Fall Platz an der Rheinstraße 46. Doch es geht nicht nur um die Integration der Frauen. Für ihre Kinder stehen in der ersten Etage Räume zum Spielen und Entspannen bereit. Betreut werden sie dort von ausgebildeten Erzieherinnen. „Wir wollen die Kinder an den deutschen Standard heranführen“, macht die Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach deutlich.

Katharina Pausch, die für die Koordinierung des Projektes zuständig ist, hob vor allem die Multiprofessionalität des Teams hervor. Von Erzieherin über Therapeutin bis zu Schneidern sei alles dabei, die Arbeit würde so leichter fallen. „Wir können hier sehr individuell auf die Frauen und Kinder eingehen“, betont sie. Dazu gehöre laut Rosemarie Kaltenbach auch die Suche nach einem Praktikumsplatz, zum Beispiel bei der evangelischen Kirchengemeinde oder in anderen Rheinberger Geschäften. „Die Frauen müssen auch Selbstvertrauen für den Arbeitsmarkt bekommen“, unterstreicht sie. Bei der Frage nach Praktikumsplätzen nimmt Horst Manja, Aufsichtsratsvorsitzender der Tuwas Genossenschaft aus Moers, vor allem die Rheinberger Geschäfte und Betriebe in die Verantwortung: „Sie müssen Plätze zur Verfügung stellen!“ Allen Beteiligten ist aber auch klar: „Das ist keine Maßnahme als Dauerlösung.“

Deswegen kommen die Frauen auch erst einmal für ein halbes Jahr in die Einrichtung.Die Zeit benötige man aber auch, betont Bauguitte: „Wir können nicht erwarten, dass Menschen aus anderen Kulturen direkt ticken wie wir.“

 
 

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