Startschuss im Alten Rathaus Rheinberg

Hans-Theo Mennicken  führte mit Liebe und viel Begeisterung durch das alte Rathaus.
Hans-Theo Mennicken führte mit Liebe und viel Begeisterung durch das alte Rathaus.
Foto: NRZ
Das historische Gebäude im Herzen der Stadt wurden gestern Monika Hildner und Hans-Theo Mennicken bei der „5+50 Jahre“-Ausstellung geehrt.

Rheinberg..  Gleich zwei Rheinberger Bürger wurden gestern im alten Rathaus geehrt – und das in traditionsreicher Kulisse. Unter dem Motto „5+50 Jahre“ standen die Rheinbergerin Monika Hildner und Ex-Bürgermeister Hans-Theo Mennicken im Mittelpunkt.

Hildner hat zum einen vor genau fünf Jahren einen Teil ihrer umfangreichen Underbergsammlung für das Publikum zum Bestaunen im alten Rathaus zur Verfügung gestellt. Zum anderen kann Theo Mennicken nun ganz offiziell auf 50 Jahre im Dienste der Stadt zurückschauen, davon elf Jahre als Stadtoberhaupt. Von seiner ehemaligen Sekretärin Kirsten Pops gab es eine kleine Schultüte des Lieblingsfußballvereins als erneuten Abschiedsgruß in den wohlverdienten Ruhestand.

Viel erlebt und viel erreicht

Nachdem sich die gut 25 Besucher die beeindruckende Underberg­sammlung von Hildner im Erdgeschoss angeschaut hatten, ging es mit „Rathausführer“ Mennicken durch die heiligen Hallen des Gebäudes, wo einst seine Karriere begonnen hat. Genau am 1. April 1966 trat Mennicken seine Lehre im alten Rathaus an. „Ich weiß noch, dass mein Vater den Ausbildungsvertrag unterschreiben musste, da ich noch minderjährig war mit meinen 14 Jahren“, erinnert sich der Ex-Bürgermeister.

Viel erlebt, viel erreicht

Er hat viel erlebt, aber auch viel erreicht – als Mitglied oder eben langjähriges Oberhaupt der Rheinberger Verwaltung. Und man merkt es ihm an: Er liebt und lebt für diese Stadt. Aus dem Stand heraus, ohne auf Notizen schauen zu müssen, brachte er den ersten Besuchern nach der Wiedereröffnung des alten Rathauses mit viel Witz und Charme die Geschichte des ehemaligen Verwaltungsgebäudes auf dem Rheinberger Markt näher, in dem er viele Jahre gearbeitet hat. Denn, so Mennicken, bei solch einer Führung dürfen ein paar „Dönekes“ nicht fehlen. So erfuhr Mancher zu seinem Erstaunen, dass einst sogar Napoleon Bonaparte dem schönen Städtchen am Rhein einen Besuch abstattete. Mennicken scheute es aber auch nicht, aus dem eigenen Nähkästchen zu plaudern, was ihm aus seiner Kindheit und auch aus der Zeit der Ausbildung im Gedächtnis geblieben ist.

Pülleken-Hausmann

So fragte er die Besucher, die er größtenteils duzte und schon länger kennt, ob diese sich auch noch an den Lehrer Hausmann erinner können. Ein breites Grinsen hier, ein verhaltenes Lachen dort. „Er wurde auch Pülleken-Hausmann genannt“, klärte Mennicken die auf, die ein wenig ratlos aussahen. „Er hat den Underberg-Kindern Nachhilfe gegeben – neben der normalen Bezahlung gab es für ihn dann auch immer ein Pülleken Underberg.“ Wer die Möglichkeit hat – egal ob Rheinberger oder Tourist –, sollte eine Begehung der alten Gemäuer mit Mennicken nicht verpassen. Er verkörpert die Stadt wie kein anderer und lässt bei den Gästen keine Langeweile aufkommen.

 
 

EURE FAVORITEN