Spaß pur mit Ass-Dur in der Rheinberger Stadthalle

Benedikt Zeitner (links) und Dominik Wagner begeisterten als Kleinkunstduo „Ass-Dur“ das Publikum in der Stadthalle Rheinberg.
Benedikt Zeitner (links) und Dominik Wagner begeisterten als Kleinkunstduo „Ass-Dur“ das Publikum in der Stadthalle Rheinberg.
Mit kessen Sprüchen und toller Musik begeisterte das Kleinkunstduo das Publikum.

Rheinberg..  Am Ende hielt es das Publikum in der ausverkauften Rheinberger Stadthalle nicht mehr auf seinen Sitzen. Mit stehenden Ovationen feierten die Zuschauer den umjubelten Auftritt des Berliner Kleinkunstduos Ass-Dur, dass in der Rheinberger Stadthalle zwei Stunden lang für humorvolle Unterhaltung und musikalischen Feingeist sorgte.

Warten vor dem Eingang

Schon eine Dreiviertelstunde vor Showbeginn hatten die Besucher vor dem Eingang auf den Einlass gewartet – und wurden nicht enttäuscht. Denn die Gewinner des europäischen Kleinkunstpreises, Dominik Wagner und Benedikt Zeitner, überzeugten mit dem Programm „3. Satz – Scherzo spirituoso“ auch bei ihrem dritten Rheinberger Gastspiel nach 2011 und 2012 auf ganzer Linie.

Wunderbar gelang den beiden dabei die Rollenverteilung auf der Bühne. Zum einen war da der im sehr eleganten Anzug auftretende Benedikt Zeitner, der über das lässig-lockere Outfit seines Pendants lästerte und im Zusammenspiel mit Wagner klassische Musikformen erläuterte, die sich über Quinte und Septime zum Jazz entwickelten.

Er gab seine angeblichen Lernerfahrungen mit der Geige – in schrägster Tonlage – zum Besten , berichtete von „Autismus-Therapien mit Delphinen“ („Ich schwimme neben denen und die sind gesund“) und den Erlebnissen seiner Kreuzfahrtreisen.

Dabei bezog er das Publikum mit ins Programm ein und präsentierte singend gemeinsam mit seinem Partner am Klavier die verschiedenen Varianten des Kinderliedes „Es tanzt ein Bi-ba-Butzemann“ – in klassischer Bachscher Variante auf lateinisch, im swingenden Sound mit Steppeinlage oder als Abwandlung des Pophits „The lion sleeps tonight“ in afrikanischem Gewand.

Als Kontrastfigur saß Wagner nuschelnd-desinteressiert, zwischenzeitlich die Augen verdrehend, trotzdem zuhörend am Klavier, unterbrach seinen Partner mit staubtrockenen Bemerkungen wie „An Dante – das ist doch ein Fußballer“, „Griechisch grillen ist ohne Kohle“, „Ist ein Raumschiff nur mit Frauen eigentlich unbemannt?“ oder „Wie heißt ein Spanier ohne Auto? Car-los“ – um anschließend klarzustellen, dass anscheinend nur Leute seiner „Zielgruppe“ anwesend sind.

So ganz nebenbei faszinierte er mit seinen Künsten als Jazz- und Klassikpianist, „lernte“ mit Hilfe eines siebenjährigen Mädchens aus dem Publikum, selbst der Geige schöne Töne zu entlocken, durfte seine Assoziierungen zu den einzelnen Haltepunkten von Zeitners Reisehaltepunkten preisgeben. Und er begeisterte das Publikum mit der türkischen Proletenvariante des „Butzemanns“.

Größter Brüller des Abends

Wagner war es auch, der für den größten Brüller des Abends verantwortlich war, als er zu einem Scherz mit den Worten „Du, ich war letztens in Rheinberg im Kino“ ansetzte – nicht wissend, dass es so etwas in der Stadt überhaupt nicht gibt. Das Publikum lachte lauthals, und der kurzzeitig verlegene Künstler baute den Gag mit dem Kino später immer mal wieder ins Programm ein.

Gegen Ende des Programms hin ließ dann Wagner die Füße zu Pharell Williams „Lucky“ in Loop-Sound zucken, tauschten die beiden klavierspielend ihre Kleidungsstücke und versetzten gemeinsam das Publikum mit Boygroup-Sound aus den 90er Jahren geradezu in Ekstase. Ein abwechslungsreicher und kurzweiliger Unterhaltungsabend, der das Publikum gemäß dem Motto „Spaß pur – Ass-Dur“ erfreut in den Abend entließ.

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