Selbst bestimmen

Salzbergbau. Da wehren sich die Salzbergbaubetreiber „mit Händen und Füßen“ gegen eine Schlichtungsstelle. Im Zweifel werde man für den Bürger entscheiden, wird vollmundig erklärt.

Doch wer bestimmt, ob Zweifel bestehen? Diese Frage möchte man nicht so gerne einer neutralen Stelle überlassen, sondern doch lieber selbst darüber bestimmen. Die Bürgerinnen und Bürger stehen dann nur wie dumm da, Schäden an den Häusern seien nicht durch den Bergbau sondern durch schlechte Bauweise bedingt – obwohl die Häuser seit Jahren keine Probleme aufwiesen.

99,5 Prozent aller 600 Fälle seien einvernehmlich reguliert worden –

natürlich nach Bedingungen, die der Unternehmer diktiert hat und der

Bürger anzunehmen hatte, es sei denn, er wollte sich auf einen

ungewissen, jahrzehntelangen Klageweg durch mehrere Instanzen gegen einen übermächtigen Gegner machen. Umgekehrt zeigen die Zahlen, dass offenbar nur 0,5 Prozent, das heißt nur drei Fälle strittig waren – und da weigert sich die cavity ernsthaft, sich einem neutralen Schiedsspruch zu unterwerfen? Das ist mehr als lächerlich.

Es wird immer viel über den Steinkohleunternehmer RAG geschimpft. In dieser Hinsicht ist er aber klüger und akzeptiert bei einem ähnlich

geringen Prozentsatz der gesamten Schadensfälle dennoch in ca. 100

Verfahren auch einen Schlichterspruch – und das trägt viel zur

Befriedung in der Bergschadensregulierung bei. Schade, dass sich solch eine Sicht nicht bei der cavity durchsetzen will!

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