Rheinbergs neues Hotel feiert Richtfest

Das Hotel am Fischmarkt feierte nun Richtfest. Im April 2015 soll es fertig gestellt werden.
Das Hotel am Fischmarkt feierte nun Richtfest. Im April 2015 soll es fertig gestellt werden.
Foto: WAZ FotoPool
Das Rheinberger Hotel am Fischmarkt stellte die Verantwortlichen vor einige Probleme. Erst wurden in der Baustelle historische Tonscherben gefunden, deren Untersuchung eine Verzögerung der Bauzeit herbeiführte. Dann stellte die historische Fassade eine neue Herausforderung. Doch nun scheinen alle Probleme beseitigt.

Rheinberg..  Scherben bringen Glück! Zumindest dann, wenn sie nicht schon seit Jahrhunderten in der Erde schlummern und einen Hotelneubau mal eben um Monate verzögern. Über die alten Tonreste, die im Frühjahr 2013 kurz nach Baubeginn auf dem Grundstück seines Hotelprojekts gefunden worden waren, hatte sich Franz-Walter Aumund verständlicherweise nicht gefreut. Das war gestern anders, als der Zimmermann beim Richtfest hoch oben auf dem Dachstuhl symbolisch ein Weinglas zerschlug.Ein Glücksmoment für den entspannt und erleichtert wirkenden Bauherrn. Denn nun steht das Hotel auf einem soliden Fundament und das Ende der Arbeiten ist absehbar. Für April 2015 ist die Eröffnung geplant. „Schau’n wir mal“, sagt der Chef mit einem Lächeln.

Mehr als hundert Gäste stiefelten gestern beim Richtfest durch den Rohbau. Mit Häppchen und Gläsern in der Hand begutachteten sie den Neubau, der hinter der historischen Fassade am Fischmarkt wächst. „Wir befinden uns hier in der künftigen Hotelküche“, sagte Architekt Martin Hebgen, der einen kleinen Bilder-Vortrag zum neuen Hotel vorbereitet hatte.

Er zeigte den Bau aus den verschiedensten Perspektiven, zählte die 16 Tiefgaragenstellplätze auf, erläuterte, dass der Eingang an der Underbergstraße nur ein Provisorium ist – so lange, bis das Eiscafé am Fischmarkt auszieht – und kündigte an, dass der hintere Gebäudeteil passend zum historischen Stadtbild eine Ziegelsteinfassade bekommen wird. An dieser Stelle ging ein Raunen durch die Besucherschar.

Schmucke Fassade

„Es war wirklich ein großer Aufwand, die historische Fassade zu erhalten“, blickte der Architekt Martin Hebgen auf die vergangenen Probleme mit der Statik zurück. Aber: „Wir sind nun auf einem guten Weg“, beurteilte er den Fortschritt der Bauarbeiten. Deshalb durften gestern auch nicht alle mitfeiern. Während im vorderen Teil des künftigen Hotels die Gläser klirrten, wurde hinten fleißig weiter gehämmert.

33 Zimmer, 64 Betten, Ratskeller, Terrasse Konferenzraum – das sind die Rahmendaten für das Hotel der Kategorie „3-Sterne Superior“. Während Franz-Walter Aumund derzeit „konkrete Gespräche“ mit möglichen Pächtern führt, steht mit dem Rohbau nun auch die Planung für die Innenausstattung.

Eine Aufgabe, die das Hamburger Unternehmen Joi-Design übernehmen durfte. „Wir beschäftigen uns sonst mit Hotels wie Sheraton und Hilton“, sagte Geschäftsführer Peter Joehnk gestern beim Richtfest. „Aber Highlights sind für uns die kleinen privaten Hotels wie dieses hier in Rheinberg. Eine wirklich tolle Aufgabe für uns“, lobte der Chef das Projekt von Aumund. Das Konzept hat allerdings seine Mitarbeiterin Annette Hartmann ausgearbeitet. „Die muss ich Ihnen unbedingt vorstellen“, sagte der Chef gestern vor den mehr als 100 Richtfest-Gästen und zog Annette Hartmann am Arm ins Rampenlicht. „Sie ist ein bisschen widerspenstig, macht aber einen sehr guten Job.“ Da blieb der armen Mitarbeiterin nicht viel mehr übrig, als tapfer zu lächeln.

Dass sie tatsächlich einen guten Job gemacht hat, bestätigte Franz-Walter Aumund, der nach vielen kleinen Änderungen nun sehr zufrieden mit dem Design für sein Hotel ist. „Anfangs war es mir ein bisschen zu viel Fisch“, sagte er. Denn die Hamburger hatten sich über die Verbindung zum Meeres-Element besonders gefreut und Details wie Fischgrät am Rezeptionstresen geplant. Alles in allem beschreibt Peter Joehnk die Innenausstattung so: „Marktatmosphäre, Loft, Industriecharakter, aber so, das man sich wohlfühlt.“

Am Ende schnappte sich Emil Underberg spontan das Mikrofon und forderte Applaus für das Engagement von Franz-Walter Aumund für Rheinberg. In diesem Zusammenhang hatte Underberg noch einen konkreten Vorschlag für die Innenausstattung des Hotels. „Wie wäre es mit einem Aumund-Zimmer?“ Der Hausherr denkt drüber nach.

 
 

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