Rheinberg darf Flagge zeigen

Die Klimaschutzflagge wurde an die Investoren der Reichesiedlung vergeben. Landrat Dr. Ansgar Müller überreicht die Flagge an den Geschäftsführer Tom Höder (Rheinberg Immobilienprojekte).
Die Klimaschutzflagge wurde an die Investoren der Reichesiedlung vergeben. Landrat Dr. Ansgar Müller überreicht die Flagge an den Geschäftsführer Tom Höder (Rheinberg Immobilienprojekte).
Foto: WAZ FotoPool
Thomas Höder wurde für energetische Sanierungsmaßnahmen in der Reichelsiedlung ausgezeichnet

Rheinberg..  In der Begegnungsstätte Reichelsiedlung gab sich gestern die lokale Politikprominenz die Klinke in die Hand. Und das aus gutem Grund: „Es ist mir eine Ehre, Sie alle zu einem erfreulichen Anlass hier begrüßen zu können“, freute sich Bürgermeister Hans-Theo Mennicken. Das Klimabündnis der Kommunen im Kreis Wesel lud zur 7. Verleihung der Klimaschutzflagge ein – der Preis ging an Thomas Höder, der als Geschäftsführer der „Rheinberg Immobilienprojekte GmbH“ eine umfangreiche Sanierung an insgesamt sechs Gebäuden rund um die Eschenstraße voran trieb und finanzierte.

Insgesamt wurden auf den Dächern der Gebäude über 2000 Quadratmeter Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen installiert. Die Wohnblöcke wurden darüber hinaus vom Dach bis in den Keller kernsaniert: neue Isolierung, neue Außendämmung, neue Bäder. Aktuell profitieren 27 Mietparteien von den Maßnahmen, die noch nicht abgeschlossen sind. Höder will weitere Gebäude in Angriff nehmen, am Ende sollen 150 Mietparteien in energetisch sanierten Wohnungen leben. Der Mietpreis stieg dabei von 3,8 auf fünf Euro pro Quadratmeter. Während sonst beim großen Thema Energiewende oft stromorientiert gedacht und gehandelt wird, integrierten Höder und sein Planungsteam auch Elemente, die der Effizienz von Wärmenutzung Rechnung tragen.

Ulrich Geilmann von der Gemeinde Alpen, die turnusgemäß den Vorsitz des Bündnisses inne hat, freute sich explizit darüber, dass der Preis im 7. Anlauf in Rheinberg landete: „Diese Stadt ist die Mutter des Klimaschutzes am linken Niederrhein.“ Viele Kommunen profitieren von der Arbeit und den Ideen, die aus Rheinberg kommen. Denn, das betonte Geilmann, die Arbeit des Bündnisses basiert auf interkommunaler Zusammenarbeit.

Die Liste der Preisträger ist lang: Private Initiativen, öffentliche Einrichtungen oder Unternehmen wie das von Thomas Höder – geeint werden sie alle durch den Leitgedanken des Klimaschutzes. „Alle Projekte sollen zum Nachahmen animieren“, so Landrat Dr. Ansgar Müller. Innovation und Bürgernähe seien die entscheidenden Kriterien, die die Flagge symbolisch von Ort zu Ort wandern lassen.

Hohe soziale Funktion

Müller lobte Höders Investition aber auch abseits der Energiepolitik: „Sie haben hier auch eine hohe soziale Funktion. Am Ende der steigenden Energiepreise steht die Frage, wie lange die Bürger hier sich das leisten können.“ Auf die Antwort sind Höder und Ulrich Hecker, der das Projekt federführend plante, besonders stolz. Der Strompreis bleibt nämlich für 20 Jahre stabil. So lange wird, komme was wolle, 21 Cent pro Kilowatt pro Stunde bezahlt.

Dass Höder die Investitionen nicht nur für sein grünes Gewissen gewagt hat, sondern selbst auch finanziell davon profitiert, ist klar. Aber der Mut, Veränderungen so zielstrebig anzugehen, ist für Ansgar Müller ein wichtiges Rädchen in der großen Maschine Klimaschutz: „Wenn es keine lokalen Akteure gibt, die handeln, können die Ziele der großen Politik nicht umgesetzt werden.“

 
 

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