Reden ist Silber, Tanzen ist Gold

Party pur in Ossenberg.
Party pur in Ossenberg.
Foto: WAZ FotoPool
Bei der Damensitzung des KAG Ossenberg herrschte wieder Partystimmung pur. Die traditionellen Strukturen des Saalkarnevals bleiben angenehm im HintergrundBei der Damensitzung des KAG Ossenberg herrschte wieder Partystimmung pur. Die traditionellen Strukturen des Saalkarnevals bleiben angenehm im Hintergrund

Rheinberg-Ossenberg..  Wenn der KAG Ossenberg zur Damensitzung einlädt, dann ist Party pur garantiert. Von Beginn an herrschte im voll besetzten Festzelt an der Kirchstraße eine ausgelassene Stimmung unter den Hexen, Pilzen, Fischen, Feuerwehrfrauen, Erdbeeren, Sträflingen, Zwergen, Honigbienen, Schotten, Eskimos oder Matrosen. Das Smartphone immer im Anschlag wurde simultan gesimst, getwittert und gefacebookt. Ja, auch solche Traditionsveranstaltungen sind mittlerweile in der virtuellen Welt angekommen.

Der Prinz kütt

Pünktlich um 19.11 Uhr startete der DJ den Countdown in einer Lautstärke, dass einem das Ohr abfallen konnte. Sandra Witte, die Leiterin des Damenteams des KAG, und ihre Stellvertreterin Ursula Janßen begrüßten die Frauen. Dabei fackelten sie nicht lange und ließen sofort Prinz Horst II., den Verlässlichen, und Prinzessin Celine I, die Schlichtende, mit Gefolge und den obligatorischen Helau-Rufen auf die Bühne kommen.

Das war der einzige Moment, bei dem der Karneval in seinem gewohnten Stil zu erleben war. Gut so, denn nun folgte die Damensitzung dem Motto „Reden ist Silber, Tanzen ist Gold“. Die „La Luna Showtanzgruppe“, neun Mädchen im Alter von fünf bis acht Jahren, tanzten zur Musicalversion von Tarzan. Dann fegten die „Red Devils“, die Tanzgarde des KAG, über die Bühne. Bauchredner „Minze“ schaffte es kaum, gegen den Lautstärkepegel im Zelt mit seiner Handpuppe Heiner, einem Esel, anzukommen. Erst als er eine Frau Namens Viola aus dem Publikum auf die Bühne holte, ihr eine Mundattrappe aufsetzte und ihr den Satz „Ja, na klar!“ und seine Stimme verlieh, ging die Stimmung wieder bergauf.

Leichtes Spiel hatte dann Publikumsliebling „Sandy B.“: Sie brillierte mit einer gekonnten und sehr professionellen Travestieshow. Vier Mal zeigte Björn Eßmann alias Sandy B. aus Essen sein Können in Tanz, Mimik, Gesang und Party-- beispielsweise als US-Star Cher, bevor er sich auf der offenen Bühne abschminkte und den Glitzerfummel ablegte. Ein wirkliches Highlight, das der Künstler mit einem Lob an die Damen und tosendem Applaus für seine Show abschloss. Auf der Bühne bot dann „Lunatic“eine musikalische Zeitreise von den 70ern bis hin zur heutigen Zeit in Medleyform. An den Tischen wurde derweil weiter gefeiert. So berichteten Claudia Wollefs und Jutta Brendgen aus Wallach und Ossenberg: „Wir kommen schon seit Beginn dieser Veranstaltung jedes Jahr mit etwa zehn Frauen“. Kurz nach halb zehn sorgten dann vier durchtrainierte junge Männer mit einem actionreichen HipHop-Showtanz für Stimmung. „High Energy“ überzeugte mit Waschbrettbauch und Muskeln.

Die Programmmacherinnen des KAG ließen keine Verschnaufpause, schon standen die „Dancing Daddys“ auf der Bühne. Das 15köpfige Männerballett vom SV Frielingsdorf aus dem Oberbergischen schaffte den Spagat zwischen moderner Bühnenshow und traditionellem Karnevalstanz. Mit dem Motiv Lukas der Lokomotivführer und dem Motto „D’re Zoch kütt“ tanzten sie sich in die Herzen des Publikums, zogen sich dabei immer wieder blitzschnell um. Gegen 22.30 Uhr startete die Partynacht, auch Männer durften nun zum Feiern ins Zelt.

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