Pusteblumen sind keine Bälle

Typisch für Zweige seien die Linien, sagt Künstlerin Heike Wirtz. In ihren Bildern hält sie das Charakteristische der Pflanzen fest. Foto: Markus Weißenfels
Typisch für Zweige seien die Linien, sagt Künstlerin Heike Wirtz. In ihren Bildern hält sie das Charakteristische der Pflanzen fest. Foto: Markus Weißenfels
Foto: WAZ FotoPool
Die Künstlerin Heike Wirtz hat einen Blick für Details. Ausstellung im Foyer des Stadthauses

Rheinberg. Wie kleine weiße Bälle sehen Pusteblumen auf der Wiese aus. „Wenn man aber genauer hinschaut, sieht man, dass sie etwas ganz feines, zerbrechliches sind“, sagt Heike Wirtz. Es sind die Details in der Natur, die die Diplom-Designerin und Künstlerin aus Kamp-Lintfort beeindrucken. Dabei spielt sie gern mit Kontrasten, wie groß und klein, hell und dunkel, frisch und welk. Mit 52 Bildern, die Wirtz unter dem Titel „Kunstwerk Natur“ im Stadthaus ausstellt, will sie den Betrachtern einen Einblick in die Faszination der Pflanzenwelt geben.

„Ich versuche immer das Charakteristische der Pflanze wiederzubringen“, erklärt die 41-Jährige. Typisch für das Werk „Zweige“, das aus sechs quadratischen Leinwänden besteht, seien die Linien, das Besondere die individuellen Strukturen: „An manchen Stellen gibt es Verdickungen, manchmal ist etwas abgebrochen.“

Vom Schatten- zum Acrylbild

Die Zweige sind Wirtz bei einem Spaziergang aufgefallen. „Ich hab gedacht, die sehen interessant aus.“ Im Atelier habe sie dann mit den Zweigen gespielt, den Schatten auf die Leinwände fallen lassen und die Strukturen mit Acryl gemalt. Die Linien laufen über die Quadrate hinaus und verbinden sie zu einem Kunstwerk.

Nicht alle Werke der Künstlerin sind gegenständlich, wie die Zweige. Die abstrakte Reihe „Einblicke“, die überwiegend in Grün- Blau und Gelbtönen gehalten ist, kann ganz unterschiedlich gedeutet werden. „Für den einen ist es die Wiese, in die man rein schaut. Für den anderen vielleicht der Wald. da gebe ich dem Betrachter Raum.“

Neben Acryl arbeitet Wirtz auch gern mit Aquarell, weil sie damit außerhalb des Ateliers in der Natur malen kann. „Mit Aquarell kann man schnell das Flüchtige festhalten“, erklärt die Künstlerin. Manchmal müsse aber auch der Fotoapparat ran, um das Vergängliche festzuhalten. Ihre Motive findet Wirtz am Niederrhein, an der Ostsee oder auch in Irland.

„Im Moment sind meine große Leidenschaft die Landschaften und die Natur“, sagt Wirtz. Aber auch andere Bereiche seien interessant. „Ich male auch sehr gerne Menschen.“ Das sei aber gar nicht so einfach und eine sehr große Herausforderung. „Was ich gerne mache, ist, dass ich ein Skizzenbuch mitnehme und Menschen skizziere.“

Wo sie die Kunst noch hin führt? „Das weiß ich natürlich nicht.“ Fest stehe nur eins: „Ich werde nicht aufhören zu malen.“

Die Ausstellung „Kunstwerk Natur“ von Heike Wirtz wird am Sonntag, 6. März, um 15 Uhr eröffnet. Die Bilder werden bis zum 25. Mai das Foyer des Stadthauses schmücken.

 
 

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