Noch ein Kiessee mehr in Rheinberg

Die Heidelberger Kieswerke haben mit den Vorbereitungen für den Kiesabbau entlang der Alten Landstraße begonnen.
Die Heidelberger Kieswerke haben mit den Vorbereitungen für den Kiesabbau entlang der Alten Landstraße begonnen.
Foto: NRZ
Die Heidelberger Kieswerke haben mit den Vorbereitungen für einen Kiesabbau östlich der Alten Landstraße begonnen.

Rheinberg..  Der Abbau von Kies kommt der Innenstadt ein Stück näher. In den vergangenen Tagen wurde mit den vorbereitenden Arbeiten südlich der Bundesstraße 510 entlang der Alten Landstraße begonnen. Bislang sind die Heidelberger Kieswerke nur auf der westlichen Seite des Gebiets tätig. Im Haferbruchsee wird schon seit längerer Zeit Kies abgebaut. Demnächst gibt es dann auch weiter östlich ein Gegenstück.

Bereits im vergangenen Jahr wurde mit den ersten Arbeiten begonnen, das neue Abbaugebiet zu erschließen. Damals gab es eine Baustelle an der Alten Landstraße. Sie musste untertunnelt werden. Denn die Versorgungsleitungen und das Förderband für den Abbau mussten in zweieinhalb Meter im Durchmesser großen Betonröhren untergebracht werden. Die bisher schon bestehende Sortieranlage für den Kies aus dem Haferbruchsee wird weitergenutzt, keine neue errichtet.

Genehmigung erteilt

„Wir kiesen insgesamt 9,6 Hektar ostwärts der Alten Landstraße aus“, erklärte damals Frank Zie­lonka, Geschäftsführer der Heidelberger Kieswerke. Sowohl die Verladung auf die abtransportierenden Lkw als auch die Verarbeitung des gewonnenen Kieses und des Sands wird auch in der Zukunft an der Graftstraße passieren.

Die Genehmigung für den Abbau ist bereits vor längerer Zeit erteilt worden. Das war im Herbst 2009 passiert. Frühere Bestrebungen, den Bodenschatz nutzbar machen zu können, hatte die Firma Haniel unternommen. Damals scheiterte das Unternehmen allerdings an einem „Nein“ aus dem Rheinberger Rathaus – es gab einen Grundsatzbeschluss, keinen weiteren Kiesabbau mehr zuzulassen. Dieser Grundsatzbeschluss hielt zwar noch bei Erörterungsterminen in den Jahren 2007 und 2008, bei denen die Stadt entsprechende Anträge ablehnte mit dem Hinweis, dass sie dem Planungsrecht widersprechen.

Doch dieser Beschluss war vor etwa viereinhalb Jahren nichts mehr wert. Am 25. September 2009 präsentierten die Heidelberger Kieswerke der Stadt einen zugelassenen Rahmenbetriebsplan, der den Abbau von Kies an dieser Stelle genehmigte. Verwiesen wurde dabei auf eine Änderung des Gebietsentwicklungsplans – bei kleinräumigen Erweiterungen von Abgrabungen gelte eine neue Sonderregelung und die Bezirksregierung solle keine Bedenken mehr aus Regionalplanungssicht gehabt haben, hieß es damals.

Umweltschutzauflagen sind beim aktuellen Abbau vorgesehen, unter anderem drei Grundwasserbeobachtungsbrunnen. Nach dem Abbau soll die Fläche naturnah rekultiviert werden und eine große Seefläche entstehen.

EURE FAVORITEN