Nach 35 Jahren in den Ruhestand

Rheinberg..  Den „Scannerblick“ werden sich Roswitha und Herbert Rech vermutlich nicht so schnell abgewöhnen können. „Eine Berufskrankheit“, erzählen der 65-Jährige und seine 64-jährige Frau und zielen damit auf die Angewohnheit ab, bei Spaziergängen stets einen Blick auf leerstehende Wohnungen, Häuser oder Gewerbeimmobilien werfen zu müssen. Kein Wunder: Das Ehepaar Rech hat fast 35 Jahre lang eine Immobilienberatung in Rheinberg geführt. Am 31. Januar ist nun Schluss, sie gehen in den Ruhestand. Den Betrieb im eigenen Haus an der Gelderstraße 33 führt Ralf Trauschold aus Krefeld weiter. Rech-Tochter Kerstin Burchartz, seit 2009 im Immobilienbüro beschäftigt, bleibt auch beim Nachfolger tätig.

Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit, Fingerspitzengefühl und einen Blick fürs Wesentliche – diese konservativen Werte seien unabdingbar, wenn man als Immobilienberater bestehen wolle, sagt Herbert Rech. „Es ist schön, wenn die Leute einem vertrauen“, sagt er. Wie das Ehepaar aus den USA, das ein Haus in Budberg geerbt hat und den Rechs bei der Vermarktung komplett freie Hand ließ: „Wir haben alles abgewickelt, haben sogar den Verkaufpreis selbst festlegen können – wunderbar“, unterstreicht Roswitha Rech.

Am 1. April 1980 entschlossen sich die beiden, ein eigenes Büro zu eröffnen. „Ich habe vorher in einem Architekturbüro gearbeitet und habe schon nebenher Immobilien vermittelt“, erinnert sich Roswitha Rech, die zuvor mit ihrem Mann in Berlin gelebt hat. Dass Herbert Rech damals als Verkaufstrainer arbeitete, sei eine gute Ergänzung gewesen. Bereut haben sie den Schritt nicht. Wurden die Geschäfte anfangs noch aus dem Dachkammerbüro geführt, so wuchs die Kundenkartei von Jahr zu Jahr.

Seit 20 Jahren hat die Firma ihren Sitz nun an der Gelderstraße. Herbert Rech zählt einige besonders markante Immobilien und Firmen auf, die durch sein Büro nach oder in Rheinberg vermittelt worden sind: McDonald’s auf dem alten Lagerplatz des Bauunternehmens Maas, das Geschäftshaus Gelderstraße 36-42, in dem in den ersten Jahren Schätzlein und Aldi untergebracht waren, sowie Schlecker oder die Deutsche Bank. „Anfangs haben wir nur Gewerbeimmobilien vermarktet, später auch Privatwohnungen“, so Herbert Rech. Heute sitzen die Kunden nicht nur in Rheinberg – bis nach London und Berlin reichen die Kontakte. Stolz sind die künftigen Ruheständler darauf, „dass wir einen sehr hohen Prozentsatz an Kunden haben, mit denen wir keine Verträge machen“. Für die Rheinberger Stadtentwicklung wünscht sich Herbert Rech, dass mit etwas mehr Sachverstand und Engagement gearbeitet würde: „Das wäre für allen Beteiligten hilfreich.“ In Zukunft will das Ehepaar Rech mehr reisen und alles das tun, „wofür wir bisher zu wenig oder gar keine Zeit hatten“, so Roswitha Rech. Herbert Rech hat noch ein sehr spezielles Hobby: Er schreibt Kindergeschichten für seine drei Enkel.

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