Millingen und seine Sorgen

Ulrich Glanz (links), Vorsitzender des Stadtsportverbandes, leitete die Diskussionsrunde in Millingen.
Ulrich Glanz (links), Vorsitzender des Stadtsportverbandes, leitete die Diskussionsrunde in Millingen.
Foto: WAZ FotoPool
Diskussionsrunde mit den Kandidaten für den Stadtrat Rheinberg brachte viele Themen zum Vorschein: Bürgerhaus, Sportplatz und geplantes Logistikzentrum.

Rheinberg-Millingen.  Die Millinger haben viel auf dem Herzen. Vor allem viele Sorgen. Am Montagabend hatten sie die Kandidaten für den Rheinberger Stadtrat zu Gast. Diese stellten sich den Fragen der 60 Besucher im Clubhaus des SV Millingen. In einem sind sich alle einig: In Millingen muss etwas passieren. Ob Bürgerhaus, Sportplatz oder Logistikzentrum – all das sind offene Fragen.

Diskussion in Richtung Sport

Vom SV Millingen organisiert und vom Stadtsportverbandsvorsitzenden Ulrich Glanz geleitet, zielte die Diskussion in Richtung Sport. „Sport ist wichtiger Bestandteil für Kommunen, für Kinder und Jugendliche“, sagte Peter Tullius, SPD-Kandidat. Eine Schließung der Sportanlage in Millingen habe nie zur Debatte gestanden. „Das Bestehende soll weiter bestehen und gefördert werden“, betonte Katharina Hötte von der CDU. Die Art der Förderung hänge natürlich von der Höhe der Investitionen ab. Wo kein Geld ist, kann keines ausgegeben werden. Dabei hätten die Millinger gerne einen renovierten Sportplatz. Die Bewohner klagen, dass viel zu lange nichts getan wurde und dann an falscher Stelle investiert wurde.

Eine Idee aus den Zuschauerreihen, den Dorfmittelpunkt Bürgerhaus zum Sportplatz zu verlegen, traf auf großen Zuspruch. Bisher war eine Begegnungsstätte am Ortsausgang neben dem Gerätehaus der Feuerwache geplant. Den Standort in Richtung Sportplatz zu verlegen, erwies sich als wirkliche Alternative. Damit hätte Millingen einen echten Dorfkern. Aber auch das kostet Geld. „Wir müssen sehen, in welcher Reihenfolge wir Geld investieren“, erklärte Peter Tullius.

Höhenbegrenzung für Lkw

Neben dem Sport haben die Millinger ein weiteres Sorgenkind: den Lkw-Verkehr. Immer noch fahren zu viele Lkw durch den Ort. Und es wird nicht weniger, wenn das neue Logistikzentrum kommt. Doch bringt das neben Arbeitsplätzen auch Steuereinnahmen. „Dieses Geld brauchen wir, um Sportanlagen und anderes zu finanzieren“, argumentiert Tullius.

Maik C. Bettentrup war als Vertreter der Firma „LogProject“ gekommen, um sich den Fragen der Millinger zu stellen. „Es wird nicht mehr Verkehr für Millingen geben“, versicherte er. Doch die Bürger sind skeptisch, viele fühlen sich dabei an Versprechungen der Aldi-Verantwortlichen erinnert. Katharina Hötte schlug eine „Neuauflage der Nordumgehung“ vor. Dann hätten anderen die Belastung, entgegnete aber Fritz Ettwig von den Grünen. Auch zu diesem Thema hatten die Zuhörer eine Idee: eine simple Höhenbegrenzung am Ortseingang, eine Begrenzung, die Lkw zwangsweise aus Millingen fernhielte. Da waren sich die Ratskandidaten einig: Klingt machbar und ist eine Überlegung wert.

In der offenen Fragerunde zeigten sich viele interessiert am Umbau des Bienenhauses. „Es gibt eine Bauvoranfrage für ein Altenpflegeheim mit 80 Plätzen“, so Herbert Becker von der FDP.

 
 

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