Mehr Hygiene für Supermärkte in Rheinberg und Umgebung

Edeka-Markt-Inhaber Thomas Luft möchte mit dem Desinfektionsstand für saubere Einkaufswagen sorgen.
Edeka-Markt-Inhaber Thomas Luft möchte mit dem Desinfektionsstand für saubere Einkaufswagen sorgen.
Foto: NRZ
Einkaufswagen sind einer Untersuchung zufolge eine der größten Keimquellen in Supermärkten. Dem kann man auf verschiedenen Wegen entgegenwirken.

Rheinberg/Alpen/Xanten.  Deutschland und Sauberkeit: zwei Dinge, die man miteinander verbindet. Nicht umsonst sagte der deutsche Philosoph und Pädagoge Otto Friedrich Bollnow einst: „Wenn der Handwerker seine Werkstatt aufräumt, wenn die Hausfrau das ganze Haus in einen sauber glänzenden Zustand versetzt hat und sogar noch vor dem Haus die Straße gefegt wird, dann zieht eine tief beglückende Stimmung des Ausruhns bei den Menschen ein.“ Aber wie sieht es mit der Hygiene in Supermärkten aus? Klar, an der Frischetheke muss alles penibel sauber sein, um die hohen Standards des Gesundheitsamtes zu erfüllen. Anders verhält es sich da mit Einkaufswagen: Tagtäglich werden sie von zig Personen genutzt. „Es gibt keine genauen Vorgaben, der Kundenbereich ist vom Gesetzgeber ungeregelt“, erklärt Lebensmittelchemiker Dr. Christof von Ranson. Dass alle Kunden saubere Hände haben, darf darüber hinaus bezweifelt werden.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, gibt es im Edeka-Markt-Luft in Alpen seit einigen Wochen vor der Obst- und Gemüseabteilung einen Aufbau mit Desinfektionstüchern. Grund für die Anschaffung war laut Inhaber Thomas Luft ein Fernsehbericht bei einem öffentlich-rechtlichen Sender, aus dem hervorging, dass Einkaufswagen eine der größten Keimquellen in Supermärkten darstellen. Lufts erster Gedanke: „Wir müssen darauf reagieren.“ Gesagt, getan. Kurze Zeit später stand der Aufbau mit in Desinfektionsmittel getränkten Tüchern an den Eingängen des Alpener und des Borther Marktes. Und auch, wenn der Aufbau Luft zufolge nicht allen Kunden aufgefallen sei: Für den Inhaber war die Anschaffung richtig: „Es gibt Kunden, die finden das richtig klasse.“

Hohe Hygienestandards

Zwar ist der Aufsteller noch nicht weit verbreitet, doch auch die Verantwortlichen der Edeka-Märkte in Rheinberg-Orsoy und Xanten haben Einkaufswagen längst als Keimquelle erkannt. Das bestätigt Daniel Mooslehner, stellvertretender Marktleiter bei Edeka Daniels in Orsoy: „Die Einkaufswagen reinigen wir alle paar Wochen.“ Damit aber nicht genug – an der Kasse gebe es für Kunden die Möglichkeit, die Hände und den Einkaufswagen mit Desinfektionstüchern zu reinigen.

Und auch beim Edeka-Markt Pascal Lurvink nimmt man sich der Hygiene an: „Wir reinigen die Einkaufswagen zweimal jährlich professionell“, erklärt Inhaber Pascal Lurvink. Das übernehme eine Firma, die dann alle Wagen komplett reinige und auch teste. Zusätzlich gebe es Einweghandschuhe für Kunden und Mitarbeiter würden die Wagen reinigen, wenn diese dreckig seien.

Für Lebensmittelchemiker von Ranson ist das Ganze löblich, auch wenn er betont: „Eine genaue Vorgabe ist unrealistisch und unnötig.“ Grund dafür sei, dass die meisten Lebensmittel verpackt sind. Für den Experten bedeutet das aber nicht, dass die Hygienemaßnahmen vergebens sind: „Da geht es um den Schutz der Verbraucher untereinander, das macht schon Sinn.“

 
 

EURE FAVORITEN