Laue Sommernächte, stimmungsvolle Kulisse

„Zauberlehrling“ bestritt wieder einmal wie auch schon in den Vorjahren am Samstag das furiose Finale des MAP-Festival auf dem gewohnt gut gefüllten Gelände am Pulverturm.
„Zauberlehrling“ bestritt wieder einmal wie auch schon in den Vorjahren am Samstag das furiose Finale des MAP-Festival auf dem gewohnt gut gefüllten Gelände am Pulverturm.
Foto: Melanie Koppel
Bei der inzwischen 17. Ausgabe des beliebten MAP-Festivals am vergangenen Wochenende konnte einfach nichts schiefgehen.

Rheinberg..  Laue Sommernächte, die stimmungsvoll illuminierte Kulisse des alten Pulverturms und ein umfangreiches Line-Up mit hoffnungsvollen Newcomern und bereits angesagten Szenebands aus der Region – bei der inzwischen 17. Ausgabe des beliebten MAP-Festivals am vergangenen Wochenende konnte einfach nichts schiefgehen. Über zweieinhalbtausend rockliebende Besucher fanden deshalb auch in diesem Jahr den Weg auf das Festivalgelände, um hier zu harten Beats und schrillem Gitarrensound zu feiern.

Festival-Opener waren am Freitagabend „The Left Trace“, die gegen 19 Uhr begannen, das noch spärlich vertretene Publikum auf der Wiese rund um den Pulverturm mit ihren Rocksongs zu beschallen. Wer jetzt noch nicht da war, hatte etwas verpasst: Das vierköpfige Rockensemble aus Moers überzeugte nicht nur mit harten Bassklängen, gekonnt gespielten Gitarren und einem abenteuerlichen Schlagzeugsolo, sondern vor allem mit ihrer stimmgewaltigen Frontfrau Theresa Cherchi. Das runde Dutzend Songs, die die Vier an diesem Abend performten, stammte zum größten Teil aus ihrer Feder und jeder einzelne hat hohes Ohrwurmpotenzial. Kein Wunder also, dass das Publikum gern noch eine Zugabe gehört hätte, doch die zögerlichen Rufe nach eben dieser, verklangen ungehört: Der Zeitplan war straff.

Denn „Don’t Touch Missy“ stand bereits in den Startlöchern. Und sie schlugen sogleich sehr viel härtere Töne an. Das erste Stück: „Beating the Beat“, weniger melodiös, fast schon eine Art Sprechgesang auf stark akzentuierte Hardrock-Klänge. Doch die Band, deren internationale Besetzung aus Moers, Duisburg und Los Angeles stammt, kann auch sanfter, hatte sogar eine richtige Rockballade im Gepäck – allerdings nur eine. Zumeist ist ihre Musik, wie der Titel eines weiteren Songs schon verrät: „Aggressive“.

Je weiter der Abend voran schritt, desto voller wurde auch das Festivalgelände. Als das Alternative-Quartett „Flash Forward“ gegen 21 Uhr die Bühne stürmte, hatten sich schon viele hundert Menschen am Pulverturm eingefunden. Dass die Weseler Band, die bereits drei Alben veröffentlicht hat und mit deutschlandweit bekannten Musikgrößen die Bühne teilte, schon über eine beachtliche Fanbase verfügt, ließ sich einerseits daran ablesen, dass ihre Anhänger erwartungsvoll klatschten, schon vor dem Auftritt, doch auch daran, dass schon mit den ersten gespielten Akkorden, die Stimmung vor der Bühne explodierte: Es wurde gesprungen, gejubelt und Hände stießen in die Luft. „Die Leute, die ein Circle Pit machen, denen spendieren wir gleich ein Bierchen“, heizte Sänger und Gitarrist Stefan Weigel die Menge noch weiter an und es wirkte. Allerdings gaben auch die Alternative Rocker selbst richtig Gas auf der Bühne und spielten ihre Instrumente mit vollem Körpereinsatz.

Gleichsam ausgelassene, wenn auch etwas ruhigere Stimmung herrschte am Samstagabend, beim Auftritt von „Meine Zeit“ – ebenfalls aus Wesel angereist. Ihre Musik, natürlich auch dem Rockgenre angehörig, besticht einerseits durch deutschen Text und andererseits durch seine ruhigen Melodien. Passend dazu wurden von der Jugend vor der Bühne das Smartphone gezückt und leuchtenderweise im Takt geschwenkt. Für die älteren Semester tat’s das klassische Feuerzeug. Bei den etwas flotteren Songs kam dann ein riesiger roter Ball ins Spiel, der durch das Publikum crowdsurfte. Zudem ist „Meine Zeit“ im wahrsten Sinne des Wortes eine Band zum Anfassen: „Ich komm mal eben zu euch runter“, meldete Sänger Daniel Gilberg mitten während eines Songs und machte kurzerhand eine Tour durch die Menge.

Das furiose Finale des 17. MAP bestritt wie auch schon in den Vorjahren „Zauberlehrling“, die zwar keine eigene Musik, dafür ein umfangreiches Arsenal mitreißender Cover-Versionen altbekannter und aktueller Songs im Gepäck hatten. Egal ob Hip-Hop („Selber machen lassen“, „Kids“), Punk-Pop („Wie es geht“, „1.2.3.“) oder Rock-Hymnen („Learn to fly“): Bei jedem Song ließ das Publikum sich mitreißen, feierte die wechselnde Besetzung der vielköpfigen Truppe und stimmte in die Refrains mit ein.

 
 

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