Kirche büßt Mitglieder ein

Auch bei uns verlieren die Gemeinden immer mehr Mitglieder - ein Trend, der sich in ganz NRW zeigt
Auch bei uns verlieren die Gemeinden immer mehr Mitglieder - ein Trend, der sich in ganz NRW zeigt
Foto: dpa
Immer mehr Menschen kehren ihren Gemeinden in Rheinberg und Umgebung den Rücken.

Rheinberg.  Der neuerliche Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst fordert auch in den Kirchengemeinden Rheinberg und Umgebung seinen Tribut. Diesen Oktober verzeichnete das Amtsgericht Rheinberg 67 Kirchenaustritte - mehr doppelt so viele wie im Vorjahr: im Oktober 2012 traten 31 Gläubige aus der Kirche aus. Auch im Vergleich zum Vormonat September, in dem 26 Frauen und Männer ihren Austritt aus der Kirche beim Amtsgericht beantragten, bedeutet dies für Oktober einen signifikanten Anstieg. Schon jetzt haben die Gemeinden seit Januar mehr Mitglieder verloren als im gesamten Jahr 2012.

Nach den Zahlen des Amtsgerichts liegt Rheinberg und Umgebung in Sachen Kirchenaustritte im Trend. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie des WDR hat sich die Zahl der Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen im Oktober im Vergleich zum Vormonat verdoppelt - in manchen Gemeinden sogar verdreifacht. Beide Institutionen - katholisch oder protestantisch - seien gleichermaßen betroffen.

Erstmal abwarten

Von einer großen Austrittswelle will Pastor Udo Otten von der Evangelischen Kirche Rheinberg hingegen nichts wissen. „Auch von den Missbrauchsskandalen haben die Gemeinden hier bei uns im Umkreis nicht so viel zu spüren bekommen“ so Udo Otten. „Es ist aber dennoch so, dass die Skandale der Katholischen Kirche auch die Evangelische überschatten.“ Denn für viele gelte: ist die eine Kirche korrupt, ist es die andere mit Sicherheit auch.

Aber, so Otten weiter, man müsse zunächst einen Zeitpuffer von etwa einem halben Jahr abwarten. „Erst dann spüren viele Gemeinden etwas davon, sei es wegen der Steuererklärung oder aber die Menschen hatten Zeit über den neuerlichen Skandal nachzudenken.“ Und einige, so hofft Udo Otten, werden früher oder später merken, dass ihnen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde doch fehlt und dann entweder zurückkehren oder zum protestantischen Glauben konvertieren.

 
 

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