„Karl Leisner, Märtyrer und Seliger“ wird in Xanten gezeigt

Am Gewand des Seligen: Propst Klaus Wittke, Elisabeth Maas, Stephan Kube, Udo Grote (Museumsleiter)
Am Gewand des Seligen: Propst Klaus Wittke, Elisabeth Maas, Stephan Kube, Udo Grote (Museumsleiter)
Foto: FUNKE Foto Services
Eine bemerkenswerte, berührende, nahe gehende Geschichte über Karl Leisner „erzählt“ ab Mittwoch, 10. Dezember, das Stiftsmuseum.

Xanten.  Geschichte wird lebendig, wenn man touchiert wird von ihr, wenn Schicksale plötzlich ein Gesicht bekommen. Eine bemerkenswerte, berührende, nahe gehende Geschichte „erzählt“ ab Mittwoch, 10. Dezember, das Stiftsmuseum. Was auf den ersten Blick wundert, entwickelt sich schnell zum schlüssigen Konzept: Die Sonderausstellung „Karl Leisner, Märtyrer und Seliger“, wird nicht in Kleve gezeigt, wo Karl Leisner doch zu Hause war, nicht in Rees, wo er geboren ist, nein, sie wird im Stiftsmuseum gezeigt – dem Dom nahe, in dem seine sterblichen Überreste ruhen.

Nun verfügt das Stiftsmuseum nicht über einen eigenen Ausstellungsraum , man muss sich behelfen, doch die Xantener haben etwas, das andere nicht haben: persönliche Gegenstände Karl Leisners, seine Tagebücher, seine Kasel, die er bei der heimlichen Priesterweihe im KZ in Dachau trug, den Kelch, mit dem er Messe feierte. Die Familie Leisners hat all diese Gegenstände, von denen man sich wundert, dass es sie überhaupt gibt, dem Stiftsmuseum überlassen.

„Für uns ist es eine Verpflichtung, diese Dinge nun auch zu zeigen“, so Elisabeth Maas, stellv. Museumsleiterin. Gerade jetzt, in den Tagen, in denen sich seine Priesterweihe zum 70. Male jährt und im Februar der 100. Geburtstag Leisners zu feiern ist. Stephan Kube (Greven), erfahrener und einfühlsamer Ausstellungs-Macher und Fotograf, und Dr. Burkhard Tutsch, Münster, ist es gelungen, eine sehr berührende Dokumentation zusammenzustellen. Mit historischen Fotos, großen Schautafeln, die aus dem Leben Leisners berichten und gleichzeitig alles in den zeitlichen Kontext setzen. Und so ist man seltsam berührt, wenn man die gekritzelten Glückwunschpapierchen entdeckt, die Priesterkollegen Karl Leisner nach der heimlichen Priesterweihe zusteckten. Und angesichts der Unfassbarkeit von Geschichte steht man stumm vor den Marionetten, original, jene, mit denen die Klever Jugendgruppen um Karl Leisner seinerszeit versuchten, spielerisch die Welt zu verstehen.