KAG Ossenberg – Bärbel Terwiel ist neue Karnevalsprinzessin

Der KAG Ossenberg feierte sein Sommerfest auf dem Dorfplatz.
Der KAG Ossenberg feierte sein Sommerfest auf dem Dorfplatz.
Foto: Alexander Florié
Nach der Bekanntgabe war ihr die Rührung anzumerken. Weil sie sich spontan zu ihrer Kandidatur entschlossen hatte, wählte sie kurzerhand den Beinamen „Die Spontane“.

Rheinberg-Ossenberg..  Nach der Berkanntgabe ihrer Wahl zur Karnevalsprinzessin 2015/16 auf dem Ossenberger Dorfplatz war Bärbel Terwiel die Rührung anzumerken. „Ich wollte das schon vor Jahren werden, aber das ging nicht wegen der Satzung, weil ich die Damensitzung leitete“, dachte die 52-jährige vor allem an die vergangene Zeit, als ihr Mann Norbert schwer krank war und jetzt auch ihr Vater Gerhard „Gerd“ Janßen.

Der war beim Karneval-Ausschuss Gemütlichkeit (KAG) Ossenberg als „Räuber Janßen“ lange Zeit für die Lieder zuständig und mir ihr als „Räuberbande“ aufgetreten. „Der wollte es auch immer werden, der wird weinen.“

Terwiel hatte sie sich vollkommen spontan zu ihrer Kandidatur entschlossen, weswegen sie für sich ebenso kurzfristig den Beinamen „Die Spontane“ wählte. Zu ihren Adjutanten bestimmte sie ihren Schwager Hermann Terwiel, Lothar Künzler und quasi als Ehren-Adjutant ihren Papa.

Der Elferrat, die Senatoren und das Damenteam der KAG hatten sich in dem beschaulichen KAG Wagen, den sie sich von den „Rhinberkse Jongens“ zurückgekauft hatten, zuvor zur Beratung zurückgezogen.

Auch der andere Kandidat Klaus Löffler habe seine Verdienste um den Verein, ein geistig behinderter Prinz wäre sicher auch ein starkes Signal nach außen gewesen, sagte KAG-Präsident Horst Neumann. Am Ende hatte Terwiels Vita aber den Ausschlag für das Votum 14 zu 7 gegeben. „Sie ist seit zwanzig Jahren dabei, hat die Damensitzung jahrelang geführt, ist Karnevalistin der ersten Stunde. Da isset dann verdient.“

Trotzdem gab’s für den „Verlierer“ tröstende Worte . „Ist schon Schiete, aber das Leben ist nicht zu Ende“, meinte er zu Löffler. Der nahm’s gelassen. „Bin ja beim Helfen zu Karneval wieder mit dabei“, herzten sich die beiden Kandidaten danach.

Zuvor hatte Jugendwartin Gudrun Lehmann den Namen der neuen Kinderprinzessin für die Session 2015/16 von den Damen verkündet. Die fünfjährige Jolina Brensing war angesprochen worden und war gerne bereit, das Amt zu übernehmen.

„Ich freue mich“, strahlte „Die Sportliche“, wie sie im Rahmen der Session genannt werden wird, mit der Sonne um die Wette. „Sie mag die Bühne und sie wollte es auch“, waren Mutter Manuela und ihr Mann Marc, die eigentlich nur das Sommerfest genießen wollten, von der Unmittelbarkeit des Ereignisses etwas überrascht.

Das Sommerfest selbst hätte ein paar Besucher mehr verdient – diejenigen, die den Dorfplatz bevölkerten, genossen aber den Mix aus Kinderhüpfburg, Bier- und Grillstand plus Sitzpavillon. „Es ist immer wieder gemütlich, wir quatschen gerne mit allen, die wir kennen – und als Ossenberger honorieren wir, was für Arbeit hier geleistet wird“, brachte Fabiola Rankel bei einem Gläschen Bier auf der Bank mit Ehemann und befreundetem Pärchen die Atmosphäre des Tages auf den Punkt.

Unter den Gästen war auch eine ehemalige Bürgermeisterin und ein noch aktiver Bürgermeister. Ute Schreyer war ebenso da wie Amtsinhaber Hans-Theo Mennicken – und der blickte zurück: „Ich war auch schon einmal Prinz. 1979, lang ist’s her.“

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