In Rheinberg und Xanten ist das Kopftuch kein Thema

Junge Frauen mit Kopftüchern sind mittlerweile auf der Straße keine Besonderheit mehr. In den hiesigen Krankenhäusern offenbar schon.
Junge Frauen mit Kopftüchern sind mittlerweile auf der Straße keine Besonderheit mehr. In den hiesigen Krankenhäusern offenbar schon.
Foto: dpa
Die Katholischen Kliniken und Rheinberg und Xanten verbieten das Kopftuch am Arbeitsplatz. Damit gehen sie einher mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes, das ihnen erlaubt, ihren Angestellten eine Berufskleidung vorzugeben. Beschwerden gab es bislang noch nicht und somit auch keine Diskussion zum Thema.

Xanten/Rheinberg.  Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden: Christliche Arbeitgeber haben das Recht, ihren Angestellten eine Berufskleidung vorzugeben. Dazu zählt auch ein Verbot von Kopftüchern am Arbeitsplatz. Die Mitarbeiter, auch in christlichen Einrichtungen, seien zur Neutralität verpflichtet, egal welcher Religion sie angehören.

In den Krankenhäusern der Kommunen sind Kopftücher bislang kein Diskussionsthema. Das St.-Josef-Hospital in Xanten ist eine katholische Einrichtung. Katharinenschwestern sind auch noch heute dort tätig und tragen ebenfalls ihre Ordenstracht, ihren Habit. Was das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes angeht, wird es weder bei Muslima noch bei den Ordensschwestern Veränderungen geben.

„Einen solchen Fall, dass Muslima bei der Arbeit ein Kopftuch tragen wollen, haben wir noch nie gehabt“, sagt der Geschäftsführer des St-Josef-Hospitals, Michael Derksen, obwohl Menschen verschiedenster Religionen in dem Krankenhaus arbeiten. Sollte es aber zu so einer Bitte kommen, dass auch Kopftücher während der Arbeitszeit erlaubt werden sollen, wird eine Entscheidung im Trägerverein getroffen werden müssen, erklärt Derksen: „Zurzeit gibt es noch keine verbindliche Regelung. Aber wenn wir darüber entscheiden, dann gilt das für alle Berufsgruppen: von der Putzhilfe bis zur Chefärztin.“ Ähnlich sieht es auch im St.-Nikolaus-Hospital in Rheinberg aus. Hier arbeiten ebenfalls muslimische Frauen, doch es herrscht ganz klar die Bedingung: während der Arbeitszeit kein Kopftuch. „Das weiß jede Angestellte, bevor sie ihren Arbeitsvertrag unterschreibt. Wir sind eine katholische Einrichtung und da sind Kopftücher während der Arbeitszeit verboten“, erklärt Sprecherin Regina Ozwirk. „Beschwerden über das Verbot wurden bislang noch nie vorgetragen – womöglich, weil wir so eine klare Linie fahren“, sagt die Sprecherin weiter.

Auch ein politisches Symbol

Und was sagt die Kirche? Pastor Wolfgang Schmitz von der St.-Peter-Gemeinde in Rheinberg hat eine klare Meinung zum Tragen des Kopftuches: „Keine Religion ist generell dagegen, egal ob am Arbeitsplatz oder privat – so lange es ein Zeichen der Religion ist.“ Doch er gibt zu bedenken, dass häufig das Kopftuch bei Muslima als politisches Symbol zu deuten ist. „Hier geht es darum, ein Zeichen gegen die Türkei zu setzen. Und da halte ich das Tragen von Kopftüchern für bedenklich“, sagt der Pfarrer.

Gegen Kopfbedeckungen allgemein, sei es bei Ordensfrauen oder aus hygienischen Gründen, hätte er nichts. „Aber bei Muslima ist es oft eine Mischung aus politischem Verständnis und einem Zeichen der Religiosität. Da muss man ganz genau hinschauen und kann die Diskussion nicht einfach so abtun“, gibt der Pfarrer zu bedenken und hält noch einmal fest: „Grundsätzlich steht dem Arbeitgeber dieses Recht zu. Religiöse Kopfbedeckungen sehe ich aber nicht als problematisch an.“

 
 

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