Hönnepel soll Aufgaben des Klärwerkes Vynen übernehmen

Christoph Girschik
Die Pläne für die Kläranlage Vynen sehen vor, dass ein Teil der Anlage geschlossen werden soll.
Die Pläne für die Kläranlage Vynen sehen vor, dass ein Teil der Anlage geschlossen werden soll.
Foto: WAZ FotoPool
Entsorgung der Abwasser geplant. In Kalkar geht’s kostengünstiger. Dazu muss eine Leitung gebaut werden.

Xanten-Vynen.  Die Teilschließung des Klärwerkes in Vynen ist so gut wie auf dem Weg. Wenn alles läuft wie geplant, wird das Abwasser bald von Vynen ins große Klärwerk des Wasserverbandes Kalkar-Rees nach Kalker-Hönnepel gepumpt und dort geklärt.

Dazu muss der Dienstleistungsbetrieb Xanten (DBX) eine etwa sieben Kilometer lange und 30 Zentimeter dicke Druckleitung unterirdisch verlegen, die von einer Pumpe am alten Klärwerk Vynen bis zum Klärwerk in Hönnepel verläuft. Die Pläne müssen allerdings noch vom Rat der Stadt Xanten und von der Bezirkregierung abgesegnet werden.

„2014 wollen wir mit dem Bau beginnen“, sagt Kurt Reintjes, Chef des DBX. Trotz der Verlegung der Abwasserentsorgung zum Abwasserverband Kalkar-Rees wird der Betrieb der Kläranlage in Vynen teilweise aufrecht erhalten. Nach wie vor erfolgt hier die Klärung des Regenwassers, das in den Rhein abgeleitet wird.

Bau einer Pumpleitung

Der wichtigste Grund für die geplante teilweise Schließung des Klärwerkes in Vynen sind die Betriebskosten. Die Anlage ist in die Jahre gekommen und müsste mit einem erheblichen finanziellen Aufwand saniert werden. Außerdem können große Klärwerke, wie die Anlage in Hönnepel effektiver arbeiten. So kostet die Schmutzwasserklärung in Vynen drei Euro pro Kubikmeter, während die Anlage in Hönnepel für das gleiche Volumen weniger als die Hälfte berechnet. Wie eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der Lineg ergeben hat, lohnt sich deshalb auch der Bau der langen Druckleitung.

„Eine große Anlage produziert auch eine bessere Wasserqualität“, sagt Dr. Wolfgang Kühne, Lineg-Geschäftsbereichsleiter Wasserwirtschaft. Deshalb prüft die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (Lineg), ob kleinere Kläranlagen wie Sonsbeck-Labbeck in naher Zukunft ebenfalls geschlossen werden können.

Die Pläne für Vynen können jedoch nur verwirklicht werden, weil die Kläranlage in Hönnepel genügend Kapazitäten hat. Hier ist eine Molkerei als Großkunde weggefallen.

Die Kläranlage Hönnepel hat eine Reinigungsleistung von so genannten 95 000 Einwohnerwerten. Verfahrenstechnisch ist die Anlage nach dem Belebtschlammverfahren konzipiert. Neben der organischen Verschmutzung des Abwassers werden hier auch die Nährstoffe Phosphor und Stickstoff soweit wie möglich auf biologischem Wege mit Hilfe von Mikroorganismen abgebaut.

Die Kläranlage Hönnepel verfügt damit über eine dem Stand der Technik entsprechende „dritten Reinigungsstufe“, die auch den Grenzwerten der EG-Kommission genügt. Die Anlage verfügt über vier Reinigungsstraßen mit einer vorgeschalteten Flotationsanlage, sowie einer mechanischen Vorklärung. Die Faulbehälteranlage ist mit einem Blockheizkraftwerk einschließlich Gasmaschine ausgestattet.

Mit der ebenfalls installierten Windkraftanlage, mit einer Leistung von 500 Kilowatt ist die Kläranlage Hönnepel in der Lage, etwa 80 Prozent der benötigten Energie selbst zu erzeugen.