Heiße Rennen in Veen

Peter Bußmann
Die Teilnehmer mussten eine Rundstrecke in Veen absolvieren.
Die Teilnehmer mussten eine Rundstrecke in Veen absolvieren.
Foto: WAZ FotoPool
Die 9. Veener Radnacht lockte wieder viele Zuschauer und Fahrradfahrer ins Dorf. Auf dem Wettkampfplan standen Kinderrennen, Einzelzeitfahren, Hauptrennen, Funbikerennen und die Vereinsmeisterschaft

Alpen-Veen.  Es wurde Freitagabend eine in jeder Beziehung „heiße“ Nacht im Krähendorf Veen: Die Temperaturen waren auch um 22 Uhr noch deutlich über 30 Grad, es wurde heiß um Sieg und Rang gekämpft, heiß wurden die Favoriten der Radmannschaften angefeuert. Es war die 9. Veener Radnacht „Rund um den Veener Kirchturm“. Die war im idyllischen Dorf ein toller Renner, diesmal im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf einem bestens mir Absperrgittern und Fallschutzmatten präpariertem Rundkurs mit Start und Ziel vor der Gaststätte Deutsche Flotte herrschten die rasantesten Rennmaschinen der Radsportler, viele in sportlich aerodynamischem Dress, vor.

Die Stimmung war riesig, als um 18 Uhr, da lagen die Temperaturen näher an 40 als an 30 Grad, die Kleinsten der Kleinen starteten. Auf ihren winzigen Rädern scheuten sie nicht vor dem Rundkurs. Reichlich Applaus bekam die Jüngste: Kira Hendrichs, drei Jahre jung, drehte auf ihren kleinen Rad gleich zwei Runden. Der Lohn für die Kleinen war handfest: Pommes, Eis, Limo. Und natürlich ein Extra-Geschenk.

Als Preis lockte Fassbier

Wenn man in Veen was startet, macht man es gleich richtig. Dachten sich 2005 einige radelnde Sportler von Borussia Veen. Bei einer Radtour nach Belgien kam die Idee auf: „Wir gründen eine Radsportgruppe.“ Die Radler starteten gleich mit einem tollen Ereignis: Einem Rennen rund um den Veener Kirchturm. Die Radnacht war geboren. Am 12. August 2005 gab „Charly“ Schweden den Startschuss. Radsportler aus der Umgebung kamen ins Krähendorf, waren so begeistert, dass sie jetzt ins neunte Mal ging.

Die 35 Mitglieder der RSG Borussia Veen hatten Freitag zu tun. „Jeder muss anpacken“, so Gesthuysen. „Im Januar startet die Planung, die letzte Woche ist arbeitsintensiv.“ Vor allem am Renntag. Gegenüber der „Deutschen Flotte“ stand die Rennleitung mit Gesthuysen. Eddy Groner und Willibrord van Bebber als Moderatoren leiteten gekonnt lustig von Rennereignis zu Rennereignis. Nachdem Kinder und Jugendliche zum Gaudi fast den Rennsportlern den Rang abliefen, starteten Einzelrennen über eine Runde. 25 Fahrer und Fahrerinnen traten an, als Preis lockte Fassbier.

Um 19.30 Uhr wurde es spannend. Das Vierer-Mannschaftszeitfahren startete, unterbrochen von Funbike-Rennen. Auch Alpens CDU hatte eine Mannschaft mit Bürgermeister Thomas Ahls, Hermann Terboven, Edgar Giesen und Manfred Kuptz gemeldet. Die schlug sich hervorragend, schaffte es beinahe ins Mittelfeld der profihaften Radler. Nicht mit Rennmaschinen, sondern mit sportlichen Rädern. Dreimal umrundeten „die Schwarzen“ in Schwarz gekleidet den 670 Meter-Parcours, sausten geschlossen ins Ziel.

Bunt wurde es bei den Radmannschaften: Drei Frauen- und 14 Männerteams. Aus Sonsbeck kamen die Schnecken. Die traten heftig in die Pedalen. So heftig, dass es bei den Schneckengirls mit Britta Teloo, Sarah Kohl, Maria Kisters und Leonie Weibel gleich eine aus der scharfen Kurve trug. Ein Glück, dass die Hauswand mit dicken Matten verkleidet war. Die Radlerin schnappte wieder ihr Rad, kriegte den Anschluss an die anderen. Die Radgruppen wurden von Mike Gesthuysen auf seiner BMW GS und Frank Dreinert und Oliver Fürtjes auf ihren Harley Davidson angeführt.

Gaudi war immer wieder das Funbike: Vier Sitzplätze, jeweils zwei nebeneinander, und alle treten in die Pedalen. Die Radsportgruppe von Borussia hatte die Zeit auf der 100 Meterbahn vorgelegt. Was Gesthuysen und van Bebber kaum glaubten: Fun-Gruppen wie der Veener Elferrat, toppten die Rennradler. Zum Spaß der Zuschauer. Den Abschluss machte um 22 Uhr die Vereinsmeisterschaft von RSG Borussia Veen über zehn Runden. Angela Ehren, Titelverteidiger bei den Frauen und Martin Ehren bei den Männern gewannen. Das Geschwisterpaar war an diesem Abend nicht zu schlagen.