Grüne Sammelleidenschaft im Alten Rathaus von Rheinberg

Darauf einen Underberg: Hans-Theo Mennicken, Monika Hildner, Underberg-Mitarbeiter Sebastian Gutknecht und Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach stoßen an.
Darauf einen Underberg: Hans-Theo Mennicken, Monika Hildner, Underberg-Mitarbeiter Sebastian Gutknecht und Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach stoßen an.
Foto: NRZ
Monika Hildner stellt im Erdgeschoss mehr als 100 Jahre alte Exponate aus ihrer umfangreichen Underberg-Sammlung aus. Ihr erstes Stück hat sie mit sechs Jahren bekommen.

Rheinberg..  Über zwei Etagen ihres Hauses erstreckt sich die Underberg-Sammlung von Monika Hildner. „Ein kleiner Teil davon befindet sich jetzt im Alten Rathaus“, sagt die 69-Jährige.

Ab sofort kann die Ausstellung der Sammlerstücke aus mehr als 100 Jahren Underberg-Geschichte im Erdgeschoss des Alten Rathauses besichtigt werden. Samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr will Monika Hildner bis Ende Oktober Gäste empfangen und ihnen die großen und kleinen Artefakte zeigen.

Ihre Sammelleidenschaft begann schon früh. Ihr erstes Underberg-Stück bekam sie bereits im Alter von sechs Jahren geschenkt: ein Kugel-Geschicklichkeitsspiel von ihrer Kommunionspartnerin Maja Underberg. Mittlerweile befinden sich Kellnergürtel von Anfang der Fünfziger Jahre, Kräuterlikörfläschchen von 1904, Metalldosen, Untersetzer, eine Underberg-Fee aus Schottland oder Literflaschen aus der Zeit vor dem Krieg in ihrem Besitz und noch vieles mehr.

„Von Underberg entgeht mit nichts“, sagt die Rentnerin. Sie unternimmt gemeinsam mit ihrer Tochter Kulturreisen nach Holland oder London, besucht dort Trödelmärkte. „Wir nehmen immer eine Tasche nur für Underberg-Sachen mit“, sagt sie schmunzelnd.

Auch auf Ebay und heimischen Flohmärkten sucht sie nach Artikeln, die sie noch nicht besitzt.

Underberg-Holztruhe von 1855

„Ich hänge sehr an den alten Exponaten“, sagt sie. So befinden sich auch ungeöffnete Pappkartons mit Flaschen des Kräuterlikörs in verschiedensten Größen in ihrer Sammlung. Einen davon hat sie mal aufgemacht, nur um zu zeigen, wie die Flasche darin aussieht. Die anderen bleiben zu und in einer Glasvitrine. Da ist sie ganz bestimmt.

Eines ihrer Lieblingsstücke ist die große Holztruhe des Rheinberger Unternehmens von 1855, in welcher früher Flaschen transportiert wurden. „Dafür hat mir jemand schon 15 000 Euro geboten“. Abgeben würde die begeisterte Sammlerin die Truhe trotzdem nicht. Sie hat diese selber einem Sammler abgekauft.

Auch aus ihrer Zeit als Krankenschwester stammen viele der Stücke. „Ich habe durch Patienten viel erfahren, wo es noch Sachen gibt. Und ein altes Fässchen von 1930 habe ich mal als Dankeschön geschenkt bekommen“, erinnert sich die Sammlerin. Sehr stolz ist sie auch, auf der Goldhochzeit von Emil und Christiane Underberg gewesen zu sein. Jetzt soll die Sammlerin auch in die „heiligen Hallen“ des Underberg-Museums gelassen werden, worüber sie sehr glücklich ist. Die vielen Exponate ihrer Sammlung hat Hildner der Stadtverwaltung bereits im April 2011 übergeben, wo sie zunächst oben im Turmzimmer ausgestellt wurden. Wegen der Umnutzung des Rathauses war die Ausstellung über ein Jahr nicht zugänglich und hat nun einen neuen, angemesseneren Platz gefunden, der nicht so eng ist. „Den Besuchern unserer Stadt können wir die Sammlung nun einfacher zeigen“, sagt Bürgermeister Hans-Theo Mennicken.

Neben den regulären Öffnungszeiten am Wochenende können auch zusätzlich Termine vereinbart werden oder die Ausstellung im Rahmen der Stadtführung besichtigt werden.

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