Flüchtlingsbedürfnisse in Rheinberg und Umgebung ernst nehmen

Gemeindevertreter diskutierten über Flüchtlingshilfe.
Gemeindevertreter diskutierten über Flüchtlingshilfe.
Foto: NRZ
Mitarbeitende evangelischer Kirchengemeinden im Kreis diskutierten über Flüchtlingshilfen und -politik. Flüchtlingspfarrer fordert mehr Rücksicht.

Rheinberg/Kreis Wesel..  Es gibt umfangreiche Hilfen und Projekte für Flüchtlinge im Kirchenkreis Moers. Organisiert werden sie von den evangeliscvhen Kirchengemeinden zwischen Alpen und Friemersheim, der Grafschafter Diakonie, Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers und der Erwachsenenbildung im neuen evangelischen Forum Kirchenkreis Moers. Gemeindevertreter haben sich im Kamp-Lintforter Lutherhaus getroffen, um sich gegenseitig über ihre Projekte auszutauschen. Auch ging es darum, sich über aktuelle Entwicklungen und politische Einschätzungen der Flüchtlingspolitik in Deutschland sowie über die rechtliche Regelungen des Kirchenasyls zu informieren.

Mitarbeitende aus Baerl etwa berichteten über Hausaufgabenhilfe, Sachspenden, Nachbarschaftsfeste oder Frauengruppen. Am Tisch der Freiwilligenzentrale Moers konnten Interessierte erfahren, wie sie Kontakte knüpfen können, um gezielt ehrenamtliche Hilfe zu gewinnen. Das Neue Ev. Forum stellte Angebote vor für Flüchtlinge, die Deutsch lernen wollen, aber auch für Einheimische, die Deutsch unterrichten möchten. und Fortbildungen mit wichtigen Informationen für Ehrenamtliche, die Flüchtlinge bei der Integration unterstützen wollen. Gerhard Greiner, ehemals Flüchtlingspfarrer in Dinslaken und 23 Jahre lang in der Flüchtlingsberatung tätig, warf einen kritischen Blick auf die deutsche Flüchtlingspolitik. Weil in Deutschland der Westbalkan als sichere Herkunft gelte, erhielten hier auch nur zwischen 1,9 Prozent bezogen auf Albanien und 0,1 Prozent bei Flüchtlingen aus Serbien, einen Schutzstatus.

Im Vergleich zu Flüchtlingen aus Syrien, die in 89,4 Prozent der Fälle einen Schutzstatus erhalten. In anderen Ländern der EU bekämen wesentlich mehr Flüchtlinge vom Westbalkan Schutz. „ Es gibt in den Ländern des Westbalkan viele Menschen, die der Minderheit der Roma angehören, die in die EU fliehen“, sagt Greiner. „Diese Menschen fliehen vor massiver Diskriminierung. Diese in kumulativer Form ist durchaus ein Asylgrund.“ Außerdem fragte Gerhard Greiner , warum nicht die Bedürfnisse von Flüchtlingen in den Blick genommen würden. Menschen auf der Flucht wollen gern dorthin, wo ihre Familien bereits wohnen. Darauf könne man Rücksicht nehmen, statt sie nach Quoten auf Länder zu verteilen.

 
 

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