Esco vergrößert das Salzlager

Christoph Girschik
Lader mit einem Schaufelinhalt von bis zu 20 Tonnen  Salzbergwerk Rheinberg-Borth.
Lader mit einem Schaufelinhalt von bis zu 20 Tonnen Salzbergwerk Rheinberg-Borth.
Foto: NRZ

Kreis Wesel. „. Das Silo ist voll. Wir haben 30 Tonnen Streusalz. Für eine größere Menge haben wir einfach nicht die Kapazität.“ Nach dem harten Winter 2009/2010 hofft Holger Beck vom Dienstleistungsbetrieb der Stadt Rheinberg auf milderes Klima.

Das Problem: Weil die Lagerhaltung auf den Bauhöfen der Städte und Gemeinden Rheinberg, Xanten, Alpen und Sonsbeck begrenzt ist, hängt alles von der schnellen Nachlieferung vom Steinsalzbergwerk der Esco in Borth ab. Holger Beck: „In besonders schneereichen Tagen, an denen wir mehrmals streuen müssen, kann es passieren, dass das Silo nach zwei Tagen leer ist.“

Ebenso sieht es in Xanten (40 Tonnen Reserve), Alpen (25 Tonnen Reserve) und Sonsbeck (28 Reserve) aus. Im Bauhof des Kreises Wesel in Alpen lagern 400 Tonnen Streusalz. Diese Menge reicht bei 186 Kilometern Kreisstraßen in der Regel aber nur für zehn Tage. Für alle fünf Bauhöfe gibt es keine Pläne, die Streusalz-Kapazitäten in Vorsorge auf einen weiteren harten Winter zu erhöhen.

Eine Tonne Salz
kostet 80 Euro

Das ist angesichts von 80 Euro Einkaufspreis je Tonne Salz eine Kostenfrage. Außerdem sind die Streudienste auf frisches Salz angewiesen, das nicht zu lange gelagert wurde. Holger Beck: „Das Salz zieht Feuchtigkeit an und backt dann zusammen.“

Die Erfahrung des vergangenen schneereichen Winters hat jedoch gezeigt, dass der Nachschub aus Borth an seine Grenzen stößt. So mussten mehrere Städte und Gemeinden im Kreis Wesel ihren Streudienst reduzieren, weil in Notzeiten die Betriebshöfe für die Autobahnen und Bundesstraßen bevorzugt beliefert wurden.

Die eigentliche Ursache für den Nachschubengpass aus dem Steinsalzbergwerk im vergangenen harten Winter war die Erschöpfung der Lagerkapazitäten auf dem Zechengelände selbst. Nachdem die Lager in Borth leer waren, konnte nur noch das Salz aus der laufenden Förderung geliefert werden.

Die Esco hat deshalb das Salzlager der insgesamt drei Bergwerke von 800 000 Tonnen auf 900 000 Tonnen erhöht. Esco-Sprecher Holger Bekemeier auf Nachfrage der Redaktion: „Wir haben aufgestockt und zusätzlich 120 Mitarbeiter eingestellt.“

Bekemeier geht davon aus, dass sich ein Lieferengpass wie im vergangenen Winter nicht mehr wiederholt. „Das war die absolute Ausnahme. Wir hatten nicht nur einen besonders langen und schneereichen Winter. Außergewöhnlich war auch, dass die Wintergebiete nicht wie sonst regional begrenzt waren.“