Erste Bauerngolf-Anlange im Kreis Wesel

Sarah Eul
Foto: Ulla Michels
Foto: Ulla Michels

Xanten-Marienbaum. Einen guten Rat schon einmal vorweg: Wer Bauerngolf spielen möchte, der kann getrost Caddie, den edlen Golf-Zwirn und die guten Schuhe zuhause lassen.

Denn Bauerngolf ist ein wenig anders. Rustikaler, irgendwie. Der geneigte Golffan sucht vergebens einen akkurat-geschnittenen Golfrasen. Auch von Wasser- oder Sandhindernissen ist hier keine Spur. Was beim Bauerngolf dominiert ist Natur pur – und vielerlei Anleihen aus der Landwirtschaft.

Ein Kleinod, wo ein derartig angelegtes Areal zu finden ist, ist der Moerenhof. Auf einer Weide, direkt an der B57, befindet sich die erste Bauerngolfanlage ihrer Art im Kreis Wesel. Verantwortlich dafür ist Sonja Meurs-Schuster, die sich zusammen mit ihrem Mann Ralf-Peter diesen Traum erfüllt hat. „Als ich vor einigen Jahren einen Verkehrsunfall hatte, hatte ich krankheitsbedingt viel Zeit zum Überlegen“, erinnert sich Meurs-Schuster.

Aus den Niederlanden kannte sie die Idee des Bauerngolfs. Und so kam der Wunsch auf, selbst eine solche Anlagen auf dem heimischen Hof – der unter anderem eine Heuherberge und ein Bauerncafé hat – zu verwirklichen. Tatkräftig unterstützt wurde Sonja Meurs-Schuster dabei von ihrem Mann. „Zusammen gingen wir über den Hof und hielten Ausschau nach möglichem Material für unsere Hindernisse.“

Weite Weiden,
hohes Gras

Denn beim Bauerngolf geht es eben nicht auf edlen Rasen oder gar auf minigolf-ähnliche Bahnen, sondern hinaus auf die weite Weide. Hohes Gras kitzelt hier noch an den Füßen. Nur die Hindernisse sind ein wenig ummäht, damit der Ball hier gut rollt. Dieser besitzt übrigens stolze Ausmaße. Denn so ein Bauerngolf-Ball hat ungefähr die Größes eines Handballes. Doch das Highlight der Ausrüstung ist der Schläger. Dieser ist gebaut aus einem Holzstab samt angemaltem Mini-Holzschuh. Ein optisches Vergnügen, das auch beim Zielen seinen Reiz hat. Kräftige Schläge statt filigranes Einlochen ist hier die Devise. Und wenn dabei mal etwas Grün mit in die Luft geht, ist einem hier auch keiner böse.

Gitterfenster
und Milchkannen

Eine Runde auf dem 1,5 Hektar großen Areal dauert rund 60 bis 75 Minuten. Insgesamt neun Löcher können angespielt werden. Immer wieder sind diese besonders gestaltet. So gibt es ein Kanalrohr zum Durchspielen. Auch muss der Ball einmal mitten zwischen zwei Milchkannen durch oder beim nächsten Loch muss der Ball in eine Tränke befördert werden. Auch ein altes Gitterfenster bietet ein optimales Hindernis. Knapp einen Monat hat Ralf-Peter Schuster benötigt, um die liebevoll gestaltete Anlage zu installieren.

Eine Arbeit, die sich gelohnt hat. Seit Juni können Golf-Fans hier ihr Handicap verbessern. „Manch ein eingefleischter Golfer staunt, wie schwierig das Bauerngolf ist“, so Meurs-Schuster. Kein Wunder, kommen neben den aufgestellten Hindernissen, auch natürliche hinzu. Zum Beispiel Maulwurfshügel, ein Glück, dass dieser – ganz regelkonform – auch als Abschlagspunkt benutzt werden kann.