Eine echte Königsdisziplin

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Xanten..  Nicht ohne Grund sind die Konzerte, die im Jahresprogramm des Förderkreises Geistliche Musik im Xantener Dom aufgelistet sind, in diesem Jahr sehr „orgellastig“. Die „Königin der Instrumente“, die im St. Viktor Dom ebenerdig vor dem Südportal ihre Heimat gefunden hat, wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Somit begann der Konzertzyklus auch mit einem Orgelkonzert. Wolfgang Schwering, Domorganist und Bezirkskantor, läutete die Konzertsaison mit seiner sprichwörtlich eigenen Königsdisziplin ein.

Besondere Klangdynamik

Die Stücke von Olivier Messiaen zählen zu den Favoriten des Xantener Domorganisten. Messiaen liebt man oder man lehnt ihn ab. Aber um sich ein Urteil zu bilden, sollte man die Klangdynamik des Komponisten erleben. So passten die Passagen aus „Kampf zwischen Tod und Leben“ ausgezeichnet zur angekündigten Orgelmusik zur Passionszeit. Schwering begrüßte die zahlreichen Konzertbesucher und deutete an, dass der Dom am Vorabend des Palmsonntags im Passionsgewand gekleidet ist. Das Kruzifix im Altarraum ist derzeit verhüllt, das Hungertuch, welches den Leidensweg Christi darstellt, hängt über dem Altarraum und die Türen der Seitenaltäre sind geschlossen.

Eingestimmt wurden die Besucher mit der Fantasie und Fuge in c-Moll, die von Johann Sebastian Bach unvollendet blieb. Es folgten die Passionschoräle aus dem Orgelbüchlein – ein Wechselspiel von kleinen Bach-Stücken, bei dem die volle Klangkunst der Orgel dargeboten wurde. Mit Wechseln zwischen ruhigen und eindringlichen Passagen wurde hier verdeutlicht, welche Bitten an Gott gerichtet sind. Mit „Combat de la mort et de la vie“ - Kampf zwischen Tod und Leben von Messiaen erlebte der Zuhörer den schweren und unerbittlichen Todeskampf musikalisch.

Unvergessliches Hörerlebnis

Wenn oftmals die Dramatik der Musik befremdlich wirkte, schaffte es Schwering dennoch, Messiaen gerecht zu werden. Die letzte Ebene erreicht, erfüllte die Vertonung eine regelrechte Strahlkraft und wurde so zu einem unvergesslichen Hörerlebnis für alle Besucher. Das Konzert endete mit dem Bach-Stück „Oh Lamm Gotte unschuldig“, ein prägnanter Schlussstrich, der nochmals an das große Opfer erinnerte.

Am Samstag, 18. April, um 19.30 Uhr folgt ein Benefizkonzert – organisiert vom „Verein zur Erhaltung des Xantener Doms“.

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