Ein Teckel für Kolumbien

Foto: Volker Herold
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Alpen-Veen.. „Mäusekinder!“ – wenn Maria Spettmann dieses Wort über den Hof ihres Hauses am Bergweg ruft, bleibt sie nicht lang allein. In Windeseile ist die Alpenerin umzingelt. Ein gutes Dutzend Teckel versucht die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken: Schwanz wedeln, Dackelaugen machen und ein leises Winseln.

Es hilft alles nichts. Momentan ist vor allem ein Teckel des Zwingers vom Dröstepaß der Star: die 13 Wochen alte Yolita.

Denn die kleine Hündin verlässt am 4. Februar ihren Veener Zwinger. Eigentlich ist das nichts besonderes. Schließlich züchtet Maria Spettmann schon seit Jahren Teckel und vermittelt diese weiter. Doch Yolita wird Anfang kommenden Monats das heimische Idyll nicht etwa nur verlassen und einfach über die andere Rheinseite reisen. Nein. Yolita wagt den Flug über den großen Teich. Denn der weibliche Teckel-Nachwuchs vom Dröstepaß wird schon bald kolumbianische Staatsbürgerin. Hier soll Yolita dann nicht etwa als Spürhund arbeiten, sondern als Familienhund die Herzen höher schlagen lassen.

Ein Mäusekind
zieht es ins Ausland

„Einen Hund vermittelt man wahrlich nicht alle Tage bis nach Kolumbien “, freut sich Maria Spettmann. Auch wenn sie natürlich ein wenig wehmütig ist, dass wieder eines ihrer Mäusekinder – so nennt sie ihren Teckel-Nachwuchs bereits kurz nach der Geburt – wieder den heimischen Zwinger verlässt. Dass Nachwuchs vom Dröstepaß über die Landesgrenze vermittelt wird, ist nicht ungewöhnlich. „Einige Teckel habe ich natürlich schon nach Luxemburg, in die Niederlande oder Belgien vermittelt.“ Doch dass Yolita nun nach Kolumbien geht, ist schon was ganz besonderes.

Eine deutsche Familie, die schon seit Jahren in dem süd-amerikanischen Land lebt, trat vor einigen Wochen an Franz Kussel, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinlands des Deutschen Teckelclubs, heran. Der Landesverband vermittelt nämlich Welpen – und zwar auch in alle Teile der Welt. „Allerdings ist das eigentlich die Ausnahme“, so Maria Spettmann. Dass ein Teckel des Deutschen Teckelclubs eine derartig lange Reise zu seiner neuen Familie angetreten hat, war vor ungefähr fünf Jahren einmal der Fall. Damals machte sich der kleine Botschafter Deutschlands in Richtung Japan auf.

Auch Yolita ist mittlerweile bereit für ihre Abreise. Tierärztin Almuth Peters aus Sonsbeck hat die kleine Vierbeinerin bereits geimpft und gechipt. Nur ein Gesundheitszeugnis muss noch geschrieben werden. Ohne das wird der Neustart in Kolumbien schwer. Doch es ist ja noch ein wenig Zeit, bis sich Maria Spettmann von ihrem Mäusekind mit dem rauen Fell verabschieden muss. Schon bald kommt Yolitas neues Frauchen nach Nordrhein-Westfalen, um den Familienzuwachs persönlich abzuholen und mit ihm zusammen auf die Reise nach Kolumbien zu gehen. „Die Dame hatte bereits im Kindertagen einen solchen Hund und wollte nun, wo ihre Kinder etwas größer sind, noch einmal einen Teckel haben“, weiß Maria Spettmann zu berichten. Schon seit Wochen hat sie regen Email-Kontakt mit der neuen Familie ihrer Yolita. Auch fleißig telefoniert wurde bereits. „Schließlich will man als Züchter auch wissen, wo der Nachwuchs landet.“ Fotos wurden auch schon ausgetauscht. Von Yolita, aber auch umgekehrt von ihrer neuen Heimat. „Schließlich hat man so seine Vorbehalte, wenn man von einem Land wie Kolumbien hört.“ Doch das neue Zuhause mache einen sehr guten Eindruck. Der Abschied falle so aber leichter.

Dass Yolita genau die Richtige für die weite Reise ist, da ist sich Spettmann sicher. „Nicht jedem Hund kann man so etwas zumuten. Der Hund muss schon einen gefestigten Charakter haben.“ Und das hätte ihr kleines Mäusekind allemal.

Offiziell wird die Teckel-Dame am 4. Februar verabschiedet. Dann kommt ihr neues Frauchen, aber auch Franz Kussel, Vorsitzender des Landesverband Rheinlands des Deutschen Teckelclubs, in Veen vorbei, um sich von der künftigen kolumbianischen Staatsbürgerin zu verabschieden. Schließlich macht sich ein Mäusekind vom Dröstepaß nicht alles Tage auf nach Kolumbien.

HINTERGRUND:

Seit 1993 züchtet Maria Spettmann mit viel Liebe ihr Teckel. Viele Welpen-Würfe hat Maria Spettmann betreut, erzogen und vermittelt. Gar manches Tier ist allerdings geblieben, weil die menschliche „Mama“ es nicht übers Herz brachte, den kleinen Racker abzugeben. Am 21. Oktober 2010 ist nun der Y-Wurf am Zwinger „vom Dröstepaß“ eingetroffen. Teckel-Dame Quelle brachte vier Rüden und zwei Hündin zur Welt. Seitdem machen nun die mittlerweile 13 Wochen alten Teckel Yago, Yogi, Yoker, Yolita, Yoster und Yack den Hof der Spettmanns unsicher. Eine der Damen ist allerdings bereits vermittelt und auch die zweite tritt ja bekanntlich in knapp zwei Woche ihre Reise nach Kolumbien an. Wer Interesse an einem der niedlichen Rüden hat, kann sich bei Züchterin Maria Spettmann unter 02802/1033 melden.

 
 

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