Ein klares Tarifgefüge muss her

Rheinberg-Ossenberg..  Es ist ein bestimmter Satz, der Pfarrerin Ulrike Thölke hat misstrauisch werden lassen. „Alle Tagespflegepersonen sind Angestellte des Vereins und sind mit frei verhandelbaren Arbeitsverträgen ausgestattet. Das heißt, sozialversicherungspflichtige Anstellungsverhältnisse.“ Geschrieben hat dies der Verein Nimmerland aus Duisburg. Er ist einer von zwei Bewerbern für die Trägerschaft der Großtagespflege in der ehemaligen Grundschule in Ossenberg. Die Stadt hatte an Nimmerland und den zweiten Bewerber Caritas Fragebögen zu Angeboten, Personal, Öffnungszeiten etc. geschickt, die im Jugendhilfeausschuss in dieser Woche Thema waren.

„Keine Knebelverträge“

Bei Äußerungen wie frei verhandelbare Arbeitsverträge bekomme sie Bauchschmerzen, so Ulrike Thölke. Und sie halte es für sehr problematisch, wenn eine Kommune mit einem solchen Träger Verträge schließe. Es müsse ein „klares Tarifgefüge“ gegeben, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Bechstein, es könne nicht sein, dass jeder Mitarbeiter selbst verhandeln müsse. Wie die CDU habe auch die SPD gesehen, dass Nimmerland im Gegensatz zur Caritas bereits über Erfahrungen in der Tagespflege verfüge. Aber zwischen den Zeilen wurde deutlich, dass der SPD die Antworten von Nimmerland nicht so gut gefallen hatten wie den Christdemokraten, die am liebsten schon in der Ausschusssitzung Nimmerland gewählt hätten.

Viele Antworten fehlten, so Bechstein, sehr häufig heiße es, darüber müsse mündlich gesprochen werden. Die Grünen möchten zwischen Stadt und Verein klare Absprachen haben, es dürfe im Nachhinein keine Knebelverträge geben, sagt Peter Mokros.

Nimmerland, so Bürgermeister Hans-Theo Mennicken, sei ein freier Träger, der nicht der Tarifbindung unterliege. Natürlich müsse sichergestellt werden, dass die Arbeitsverträge den gesetzlichen Grundlagen entsprechen würden.

Das Thema wird im Hauptausschuss nach Karneval wieder auf die Tagesordnung kommen. Starten soll die Großtagespflege - egal mit welchem Träger - zum nächsten Kindergartenjahr im August, spätestens nach den Sommerferien. Zuvor müssen bestimmte Bereiche in dem alten Schulgebäude noch saniert werden.

 
 

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