Ein historischer Moment

Am Sonntag kam es im Xantener Stiftsmuseum zur Übergabe eines Kelches und eines Gewandes aus dem Nachlass von Karl Leisner aus dem KZ Dachau. Von links: Dr. Udo Grote, Elisabeth Maas, Monika Kaiser-Haas (Leisners Enkelin), Elisabeth Haas (Leisners Tochter).
Am Sonntag kam es im Xantener Stiftsmuseum zur Übergabe eines Kelches und eines Gewandes aus dem Nachlass von Karl Leisner aus dem KZ Dachau. Von links: Dr. Udo Grote, Elisabeth Maas, Monika Kaiser-Haas (Leisners Enkelin), Elisabeth Haas (Leisners Tochter).
Foto: WAZ FotoPool
In den Räumen des Xantener Stiftsarchivs wurde der Grundstock für ein Karl-Leisner-Archiv gelegt. Kernstück ist sein Messgewand, dass er im KZ trug

Xanten..  Der Stolz über die außerge-wöhnlichen Stücke stand dem Leiter des Stifts-Museums und Archivchef Dr. Udo Grote ins Gesicht geschrieben. „Das ist für das Stiftsmuseum ein ganz besonderer Moment - ein Höhepunkt“, ließ er sich gar zu einem historischen Satz verleiten.

Historisch - das konnte man den Anlass für seine Begeisterung aber durchaus nennen. Denn an diesem Tag durfte er besondere Erinnerungsstücke an den seliggesprochenen früheren Priester Karl Leisner entgegennehmen, die die Grundlage für ein zukünftiges Karl-Leisner-Archiv darstellen sollen.

Gedenkgottesdienst im Dom

Dazu war auch eine große Abordnung des Internationalen Karl-Leisner-Kreises erschienen. Zuerst wurde ein Gedenkgottesdienst unter der Leitung des Klever Propstes Johannes Mecking gefeiert.

„Wir freuen uns auf die erste Ausstellung zum 2014 zum 70-jährigen Primiz-Jubiläum von Leisner und seinem 100. Geburtstag“, blickte deren erster Vorsitzender, der Priester Benedikt Elshoff, dann schon mal voraus. Soweit wollte sich Museumsleiter Grote noch nicht vorwagen. „Erstmal gucken, was wir alles an Sachen haben.“

Vorsichtig präsentierte er mit dem Archivar des Internationalen Leisner-Kreises e.v. Kleve, Hans-Karl Seeger, eine „besondere Kostbarkeit“ aus dem Leisner-Besitz: das Messgewand, dass Leisner bei seiner Priesterweihe 1944 im KZ Dachau getragen hatte. Und aus einer Kiste holte er den Original-Messbecher hervor, den Leisner damals in Händen gehabt hatte.

Damit gehe der lang gehegte Wunsch in Erfüllung, alles was mit Karl Leisner zu tun habe, für die Forschung und die Nachwelt an einem Ort zusammenzutragen, unterstrich IKLK-Archivar Seeger.

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