Ein Gemälde von besonderem Wert

Xanten..  Die im Rahmen der Jahreshauptversammlung veröffentlichte Bilanz des Vereins zur Erhaltung des Xantener Doms kann sich durchaus sehen lassen. Unter dem Strich konnte der Betrag aus dem Jahre 2010 im Jahre 2011 um etwa 46 000 Euro gesteigert werden.

Das dürfte in Zukunft schwer fallen. Grund: Die Einnahmen aus der staatlichen Lotterie, ein Hauptbestandteil der Bilanzsumme, werden künftig an die Landesregierung überwiesen, die dann über den weiteren Einsatzzweck entscheidet. „Man hat uns bereits signalisiert, dass die Mittel für den Denkmalschutz drastisch reduziert werden“, berichtete Hans-Wilhelm Barking, erster Vorsitzender des Vereins.

Um diese Lücke zu stopfen, musste bereits eine Mitarbeiterin der Geschäftsstelle entlassen werden. Zur Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage soll die Dombauhütte sich künftig neben ihrer eigentlichen Aufgabe den sieben Kirchen der Pfarrgemeinde widmen. Steuerrechtliche Konsequenzen, immerhin handelt es sich um einen gemeinnützigen Verein, konnten bereits im Vorfeld ausgeräumt werden.

Eine echte Überraschung

Ein Tagesordnungspunkt betraf das bislang 40 Personen umfassende Kuratorium, viele davon waren geborene Mitglieder. Um künftig zielführende Diskussionen zu beschleunigen und die Arbeit im Gremium sinnvoller gestalten zu können, wurde per Satzungsänderung die Zahl der geborenen Mitglieder auf den Vertreter des Bischofs begrenzt und dem Vorstand erlaubt, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Denkmalschutz einzubinden.

Dann konnte Hans-Wilhelm Barking mit einer echten Überraschung aufwarten. Sie betraf das Gemälde „Straßenansicht“ des flämischen Malers Jan van der Heyden. Das Werk aus dem 17. Jahrhundert zeigt den Dom und hing bislang ungeachtet seiner Bedeutung im Thomas-Haus. Den Verein erreichte ein 100-seitiges Gutachten der „Commission for Looted Art in Europe“ aus London, in dem Eigentumsrechte auf das im Zweiten Weltkrieg von den Nazis enteignete Werk angemeldet wurden. Dabei haftet der jüngeren Geschichte des Gemäldes ein Geschmäckle an. „Recherchen haben ergeben, dass das Bild in einem Kölner Auktionshaus im Jahre 1963 außerhalb des Kataloges für 16 100 DM versteigert wurde. Käufer war die Xantener Dombauhütte. „Das kann ich mir absolut nicht vorstellen, es ist allerdings belegt. Was ist, wenn wir das Bild abgeben und es in einem halben Jahr bei Sotheby’s für fünf Millionen versteigert wird“, fragt sich Barking. Gemäß dem Washingtoner Abkommen zur Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt sich nun die Koordinierungsstelle Magdeburg mit dem Fall. Als Geschäftsführer wurde Hermann-Josef Kanders wieder gewählt, neuer Kassenprüfer wurde Rainer Opitz. Neu im Vorstand ist Tanko Scholten.

 
 

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