Ein Bus für alle

Gruppenbild mit allen Fahrern des Bürgerbusses.
Gruppenbild mit allen Fahrern des Bürgerbusses.
Foto: Christoph Karl Banski
Gestern wurde der Rheinberger Bürgerbus nach monatelanger Planung ganz offiziell präsentiert. Ab Montag sind 23 Fahrer an drei Tagen im Stadtgebiet unterwegs

Rheinberg..  Aufgeregt sei er nicht, sagt Roland Hoffmann, „aber es ist schon etwas Besonderes die Jungfernfahrt übernehmen zu dürfen.“ Der 59-jährige Rentner ist der Erste, der die Rheinberger von Orsoy noch Wallach und wieder zurück bugsieren darf. Er ist der Erste, der nun ganz offiziell hinter dem Steuer des neuen Bürgerbusses sitzt.

Planung und Herzblut

Am gestrigen Freitag wurde der Bürgerbus nach monatelanger Planung und viel Herzblut nun endlich offiziell präsentiert. Ab Montag fährt der weiße Bus mit blauer Schrift durch Rheinberg. „Endlich können wir den Bürgerbus in Gang setzen“, verkündete Bürgermeister Hans-Theo Mennicken stolz.

Er nutzte die feierliche Stunde auf dem Kirchplatz, um sich bei allen Mitwirkenden zu bedanken, die den Bus im wahrsten Sinne des Wortes auf den Weg gebracht haben, und versprach: „Irgendwann werde ich auch hinter dem Steuer sitzen.“ Die ehrenamtlichen Fahrer, die zahlreich erschienenen Sponsoren und Kollegen der benachbarten Bürgerbusvereine lachten, doch Karl-Heinz Lochen, Vorsitzender des Rheinberger Bürgerbusvereins, nahm ihn beim Wort und überreichte dem Bürgermeister sein ganz persönliches „Heute fährt Sie...“-Schild, das jeder Fahrer vorne in die Windschutzscheibe legt, wenn er Dienst hat. Vorher dankte er der Vielzahl an Helfern. Als Anerkennung bekamen Unterstützer, Planer und Mitwirkende ein gerahmtes Bild des Bürgerbusses samt ein paar persönlichen Zeilen, sowie Niag-Fahrlehrer Wilhelm Vogel, weil es nie ein böses Wort gegeben habe, so Lochen, „weil Sie nie die Ruhe verloren haben.“

Wie erleichtert Stadt und Verein über die offizielle Einweihung sind, konnte jeder spüren. Zu lange habe sich die Umsetzung eines Busses für die Rheinberger hingezogen, dass machte Vereinsvorsitzender Lochen noch einmal deutlich. Vor der Gründungssitzung am 7. Mai 2013 lag ein langer Weg. Die ersten Versuche 2005 waren gescheitert, sechs Jahre später kam wieder Bewegung in das Projekt „Bürgerbus“. Elf Mitglieder zählte der Verein 2013, wenige Tage später waren es bereits 16. Und auch wenn es viele Kritiker gegeben habe, sagt Karl-Heinz Lochen, „bin ich guter Dinge geblieben.“ Die Sicherheit habe ihm die Mannschaft gegeben, die hinter ihm stand.

Ab Montag sind schließlich 23 Fahrer an drei Tagen in der Woche – dienstags, mittwochs und donnerstags – in der Stadt unterwegs. zwei weitere junge Fahrer werden derzeit ausgebildet.

Ehrenamtler Ronald Hoffmann jedenfalls freut sich auf seinen ersten Dienst, Erwartungen habe er aber keine. „Ich habe mir einfach gesagt: Du machst das jetzt und so gehe ich auch an die Sache ran.“ Auch wenn Hans-Theo Mennicken sich fragte, wer wohl die erste Delle in den nagelneuen Bus fährt – Ronald Hoffmann macht sich darum keine Sorgen.

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