Ein Anfang ist gemacht

Die Bahnübergänge bleiben ein Thema in Rheinberg.
Die Bahnübergänge bleiben ein Thema in Rheinberg.
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Die Bürgerinitiative Niag Bahnlärm kann erste Erfolge vermeldenDie Bürgerinitiative Niag Bahnlärm kann erste Erfolge vermelden

Rheinberg..  Die Vierbaumer Bürgerinitiative (BI) Niag Bahnlärm konnte bei ihrer jüngsten Sitzung im Adler viel Positives vermelden. Dr. Eva Hellmis und ihr Vorstand berichteten dort über erste Erfolge. Die BI hatte sich nach dem tödlichen Unfall eines Anliegers, dessen Auto unter einen Kohlezug der Niag geraten war, gegründet. Ein Ziel ist die Steigerung der Sicherheit an den unbeschrankten Bahnübergängen in Lohmühle und Orsoyer Berg. Eva Hellmis präzisierte in der von knapp 60 Bürgern besuchten Info-Versammlung die Ziele: Die Niag habe ihre Zugfahrten an den gesundheitlichen Belastungen der Anwohner auszurichten, nicht an wirtschaftlicher Interessenlage. Ihre Kernforderungen: Lärmreduzierung, insbesondere des Hupens der Loks, Sicherheit an höhengleichen Bahnübergängen durch Sichtdreiecke, Schranken und Einstellung der Nachtfahrten.

Die Niag – sie hatte sich entschuldigen lassen – habe inzwischen das Tempo der Züge von 40 auf 35 km/h reduziert. „Nicht genug“, betont Eva Hellmis. „ Wir verlangen zehn Stundenkilometer weniger.“ Zwei Wochen mache die Niag Testfahrten mit unterschiedlicher Beladung und unterschiedlichen Geschwindigkeiten. „Die fahren nachts schneller, halten sich nicht an die Vorgaben“, warfen Diskussionsteilnehmer den Lokführern vor. „Die Niag wertet die Fahrtenschreiber aus“, ist sich Hellmis sicher. „Wir verlangen da Einblick.“

Sie wurde beauftragt, eine weitere Forderung der Anwohner durchzusetzen. „Es ist nervig, wenn am Wochenende morgens um sechs oder sieben, wenn man schlafen will, Züge fahren.“ Nicht vor 9.30 Uhr sollten die Loks fahren, so die einhellige Meinung, damit wenigstens am Wochenende Ruhe ist. Die Lärmbelastung, auch durch Nachtfahrten, sei unzumutbar. „Wir werden dadurch krank“, sagt Eva Hellmis.. „Wir haben ein massives Gesundheitsproblem, dazu kommt die mangelnde Sicherheit an den Übergängen.“ Die BI will im Mai ein Lärm- und Vibrationsgutachten in Auftrag geben. Im Moment sucht sie noch einen Gutachter.

Schranke auf der Baerler Straße

Die Forderungen der BI stießen bei der Stadt auf Zustimmung. Und die Stadt Duisburg schließt sich für das angrenzende Baerler Gebiet den Forderungen an. Als erstes, so ein Baerler SPD-Ratsherr, kommt der Bau einer Schranke auf der Baerler Straße. „Das Geld ist da, Anfang 2014 steht die“, verkündete er. 54000 Euro stehen im Haushalt Duisburgs. Sein Vorschlag: Ein Runder Tisch mit Duisburgern und Rheinbergern, um gemeinsame Lösungen zu finden. Es gäbe gleiche Probleme und Forderungen an die Niag, die für die Strecke die Genehmigung bis 2060 hat.

Bisher, so Hellmis, zeige sich die Niag kooperativ. Auch Ratsherr Josef Devers berichtete über positive Gespräche. Zur nächsten Sitzung am 24. Juni um 19 Uhr im Adler, wolle der Bahnbetreiber kommen. Der sich einiges anhören muss. „Grob fahrlässig“, hieß es in der Runde, verhalte man sich an den Übergängen, die „ganz gefährlich“ seien. Diskutiert wurde auch darüber, einen unbedeutenden Übergang zu schließen. An der Bendstege soll es in Form eines Schlagbaumes geschehen. Der Siedlerweg soll noch in diesem Jahr eine Schranke erhalten, der Lohmühler Weg bleibt ein Problem , da eine Böschung verschwinden muss.

198 Mitglieder hat die BI derzeit. 371 Bürger hatten bei der Gründung ihr Interesse am Eintritt bekundet. Inzwischen ist die Homepage fertig: Ständig aktualisierte Infos gibt es unter www.niederrhein-gegen-bahnlaerm.de.

 

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