Die Nacht der Musik in Xanten

Die Band „Moodish“ sorgte für Stimmung.
Die Band „Moodish“ sorgte für Stimmung.
Foto: Florie
6. Xantener Enni Night of Bands bot erneut einen abwechslungsreichen Mix

Xanten..  Bereits vor dem Klang des ersten Tons konnte Uwe John vom veranstaltenden Gastro Event Team Positives vermelden. „Alle 800 Karten im Vorverkauf sind weg, Parkplätze in der City sind Mangelware. Selbst die Musiker stöhnen: Wären wir doch früher losgefahren. Schon jetzt ist die Hölle los.“ An der Abendkasse kamen seiner Schätzung nach noch mal so viele Gäste hinzu. Und die beiden Busse, die die Besucher zu den Locations fuhren, waren phasenweise so voll, dass sie nicht immer alle Gäste mitnehmen konnten. „Da braucht es wohl noch einen dritten Bus. Und eine Idee wäre es, die Konzerte hinten raus etwas zu entzerren“, erklärte Uwe John am Ende des Abends.

Einen dicken Wermutstropfen gab es allerdings auch gleich zu Beginn zu verzeichnen -- der „Wohnpark Xanten“ musste aus organisatorischen Gründen die Teilnahme an der Enni-Night absagen.

Unter den verbliebenen zehn Locations fand sich mit dem frisch renovierten, lauschigen„Hotel an de Marspoort“ an der Marsstraße eine neue Spielstätte, die viele zum Einstieg in den Abend ansteuerten. „Wir bleiben bei Gefallen, wollen noch zwei, drei andere gucken“, freuten sich die Xantener Isabell und Frank Önings auf den Abend.

Auch Renate Sillich und ihre Bekannten genossen die Performance von „Boogie Man“ Thomas Nowak. „Wir haben kein Zeitlimit“, sagte die 59-jährige Xantenerin. Eine konkrete Erwartung an ihren Enni-Premierenabend hatte sie aber doch: „Unterschiedliche Musik- und Stilrichtungen, die man so komprimiert nicht findet – und Leute treffen.“

Zwei musikalische Epizentren

Gastgeberin Regine Haverkamp hatte hinter der Theke gut zu tun. „Ist schön stressig, ich krieg nicht viel mit, aber die Musik klingt gut“, war sie mit Stimmung und Umsatz zufrieden. Die Marsstraße war mit dem „Pub 87“ (Migenda - Oldies) und dem Restaurant an de Poort mit dem Boogie- und Rock’n’ Roll-Duo „Dr. Rattle und Mr. Jive“ eins der musikalischen Epizentren, zu denen die Besucher zu Fuß, mit dem Rad oder den Niederheinbussen gelangten. Das andere lag am Markt, wo nebeneinander „The Candidates“ als neue Combo mit Rock-Legenden-Songs im „Ristorante Teatro“ und die Herner Formation „Moodish“ aufspielten.

Und insbesondere „Moodish“ mit dem walisischen Sänger James Taylor sorgten mit ihrem allumfassenden Spektrum von den Beatles bis zu Rage against the Machine für den rockigen Knaller des Abends, zog die meisten jungen Leute an. „Gute Stimmung, gute Stimmen“, befand der Berliner Bernd Froese, der erstmals ein Wochenende am Niederrhein verbrachte. „Dafür machen wir sowas“, war auch Gitarrist Benny Bauer restlos begeistert.

Ein paar Meter weiter riss Ljubisa Racic mit seiner Band „Formula 4“ die Besucher im „Einstein“ mit, machte zwischendurch Selfies mit dem Publikum. „Die Leute sind immer sehr gut hier, aber vier Stunden Spielen ist schon anstrengend“, verriet der Gitarrist. Die frühere Xantener Beigeordnete Karin Welge kam bei „Smoke on the water“ schnell in Bewegung. „Schön gemütlich hier“, lautete ihre Beschreibung der „kuscheligen“ Konzertatmosphäre, die aufgrund des Andrangs in jeder Lokalität festzustellen war.

Etwas beschaulicher gestaltete sich die Stimmung im „Plaza del Mar“, wo die „Glad Backers“ mit Country, Kult-Oldies und einer Prise Rock´n Roll unterhielten. „Reingehen, Bier trinken, sich berieseln lassen“, erinnerte sich Marco van Bebber an frühere Xantener Zeiten, „als in den 80ern im APX noch BAP und die Ärzte spielten. Heute sind die Events kleiner, aber da ist mehr Abwechslung.“

Und wer noch etwas Bewegung brauchte, konnte im „Hotel Neumaier“ zum Abgrooven die alten Bekannten von „Granufunk“ genießen – oder mit dem Bus in Richtung APX fahren, wo die Rockabilly-Jungs von „Colly and the Steamrollers“ zum wiederholten Mal die Menschen in der „Römischen Herberge“ zum Tanzen brachten.

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