Die Gemeindewoche von St. Anna in Rheinberg endete mit einer pfundigen Sommerparty

Die Pfadfinder bauten für das Gemeindefest St. Anna eine Jurte auf.
Die Pfadfinder bauten für das Gemeindefest St. Anna eine Jurte auf.
Foto: NRZ

Rheinberg.  Der Kirchplatz am Rheinberger Annaberg war Samstagabend nicht mehr wieder zu erkennen. Selbst St. Peters Pfarrer Wolfgang Schmitz hatte sich erstaunt die Augen gerieben, wie er am Ende des Gottesdienstes zum Abschluss der Gemeindewoche gestand. Das Staunen hatte ihn überwältigt. Auf dem Platz vor der St.-Anna-Kirche war über Nacht eine Zeltstadt entstanden, die ihresgleichen sucht. Schon Freitagabend, erklärte Pastoralreferent Werner Koschinski dem verdutzten Pastor, hatten Pfadfinder bis spät in die Nacht gerackert und Samstagmorgen weiter gemacht, um den Christen von St. Anna und den Bürgern des Annaberges einen Sommernachtstraum zu erfüllen. Dabei spielte am späten Abend auch noch bei klarem Himmel das Wetter mit, was vermuten ließ, dass Petrus nicht nur Rheinbergs Stadtpatron, sonder vielleicht mal Annaberger war.

Rappelvoll war die Kirche Samstagabend zum Abschluss der Gemeindewoche, die traditionell mit der Sommerparty abschließt. Diesmal war ein weiterer Anlass zu feiern: Der Kinderchor St. Anna, der die Messfeier mit modernen Klängen gestaltete, feierte sein 25jähriges Gründungsjubiläum. Da kamen auch Ehemalige, die selbst wieder Kinder im Choralter haben. Pfarrer Wolfgang Schmitz und Pastoralreferent Koschinski – auch er hatte ein Jubiläum, schließlich hatte er in der Gemeindewoche einen runden Geburtstag – bedankten sich mit Blumensträußen bei allen, die das Chorleben der Kinder möglich machen, von Leiterin bis zu instrumentalen Begleitern. Geehrt wurden besonders Monika Kehrmann, die den Chor vor 25 Jahren ins Leben rief, ihre Tochter Andrea, die ihn heute leitet und Jeanette Bangert, die ihn all die Jahre musikalisch inspirierte.

War die Messfeier mit den kleinen Sängerinnen und Sängern schon etwas Besonderes, war die Sommerparty auf dem Kirchplatz der Höhepunkt. Tradition hat sie jedes Jahr samstags nach dem Kirchweihfest, das am Mittwoch stattfand. Eine richtige Attraktion war das gewaltige schwarze Jurtendorf. Das hatte es in sich. Ein Feuerzelt mit Stockbrot, eine andere riesige Jurte mit schicker Cocktailbar, einer dritte nobel als Lounge mit weißen Sitzgelegenheiten.

Zelte überall: Das für den unvermeidlichen Thekenbetrieb, das für den Grill und die schier endlos lange Salatbar. Ein weiteres bot Platz für das Bigbandorchester Niederrhein, das seine Probenheimat im Pfarrheim St. Anna hat, und den Kinderchor. Da gab es schmissige Bigbandklänge, ein Hauch von Glenn Miller.

Ein überaus lebhaftes Gemeindewesen dokumentierte der Abend, besonders herausragende Jugendarbeit. Aus den Anfängen vor einem Vierteljahrhundert wurde eine etablierte Chorgemeinschaft von 25 Jungen und Mädchen, die Spaß am Singen haben und Gottesdienste bereichern oder sogar komplett gestalten. Federführung der Jugendarbeit haben seit Jahren die Annaberger Pfadfinder. Der Pfadfinderstamm zeichnet für viele Kooperationen und Organisationen der Gruppen und Verbände der Gemeinde verantwortlich, wie jetzt das Jurtendorf, in dem zum Beispiel die Schützen die Bewirtung übernahmen. Den Abend nutzten die Pfadfinder, ihr letztes Sommerlager Revue passieren zu lassen und stellten das nächste vor. Mit Teilnehmerpreisen von 200 bis 250 Euro für 14 Tage Ferienlager bemühen sie sich jedem eine Chance zum Miterleben zu geben. Mit umfangreichem und abwechslungsreichem Programm gestalten die Pfadfinder spannende Tage. Der Stamm ist inzwischen auf rund 150 DPSGler angewachsen, dank ehrenamtlichem Einsatz Vieler.

Der Sommerparty vorangegangen war ein Lagerfeuerabend mit den Alpsrayer Jungschützen, die auch starke Kinder- und Jugendarbeit leisten. Stark sind auch die Messdiener am Annaberg mit über 35 Mädels und Jungs, die zum Beispiel das Mini-Kino, den lustigen Tannenbaumweitwurf Anfang Januar und eine Messdienerübernachtung am Palmsonntag organisieren. Längst, so wurde in der Gemeindewoche deutlich, kooperiert das Familienzentrum mit dem Bildungsforum, bietet pädagogische Eltern-Kind-Gruppen. Die Pfadfinder ermöglichen die Strolchegruppe für Kinder von fünf bis sechs Jahren. Kinder- und Jugend stehen in St. Anna hoch im Kurs. Das zeigte die Sommerparty, auf der sich Jung und Alt sehr wohl fühlten.