Der Kandidat von außen

Wolfgang Krause
Wolfgang Krause
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Die Mitgliederversammlung der CDU, die am 20. März über ihren Bürgermeisterkandidaten abstimmt, hat nach derzeitigem Stand der Dinge, anders als vor sechs Wochen die SPD, eine echte Wahl: Mit Ulrich Hecker und Frank Tatzel haben gleich zwei Menschen ihr Interesse bekundet, Hans-Theo Mennicken zu beerben. Interessant dabei ist, dass Tatzel nicht einmal das CDU-Parteibuch besitzt.

Nun muss man nicht Mitglied einer Partei sein, um von ihr unterstützt zu werden. Mennicken ist als Parteiloser immer gut gefahren. Allerdings war er in Rheinberg bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund – nicht nur aus der Stadtverwaltung, sondern auch als Büttenredner.

Dennoch: Die Chancen von Tatzel werden davon abhängen, wie sehr er zunächst einmal die CDU und dann gegebenenfalls später auch noch die Wähler von sich überzeugen kann. Vielleicht hat er als Kandidat von außen in der Partei, in der sich nicht immer alle grün sind, gerade als Nichtmitglied sogar bessere Chancen als der Partei- und Fraktionschef Hecker.

Spannend wird es allemal, nicht erst am 20. März, sondern schon in der kommenden Woche, wenn sich die Beiden beim Parteivorstand vorstellen. Die CDU-Vizevorsitzende Brigitte Devers hat gegenüber der NRZ schon einmal einen Pflock eingerammt – die Partei sollte tunlichst mit einem Kandidaten in die Mitgliederversammlung gehen.

In jedem Fall ist es so ziemlich das komplette Gegenmodell zur SPD, was die CDU derzeit in Sachen Bürgermeisterkandidat fährt: Beide Kandidaten sind Männer, beide aus der Wirtschaft (der eine selbstständig, der andere angestellt), beide seit langem in Rheinberg bekannt. Nur beim Alter tun sich alle Kandidaten nicht so viel. Beide sind genau wie Rosemarie Kaltenbach um die 50 Jahre alt.

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