Den Raum mit Leben füllen

Am Freitag wurde die Tagespflege der Grafschafter Diakonie in Rheinberg eröffnet. Hier der Therapieraum. Foto: Markus Weißenfels
Am Freitag wurde die Tagespflege der Grafschafter Diakonie in Rheinberg eröffnet. Hier der Therapieraum. Foto: Markus Weißenfels
Foto: WAZ FotoPool
Gestern eröffnete die Grafschafter Diakonie die Tagespflege am Annaberg. Montag startet der Betrieb. Noch gibt es viele freie Plätze. Kostenloses Schnupperangebot.

Rheinberg..  Die ersten Tagesgäste kommen erst am Montag, aber schon jetzt ist alles vorbereitet in der Tagespflege der Grafschafter Diakonie am Annaberg. Auf den Tischen stehen Gesellschaftsspiele. Ein paar Meter weiter liegen in der Mitte des Stuhlkreises drei Bälle. Und im Regal nebenan warten eine Gitarre, Liederbücher und Buntstifte auf ihren Einsatz. Es kann also losgehen: Die großen, hellen Räume warten nur noch darauf, endlich mit Leben gefüllt zu werden.

„Heute ist ein guter Tag“, sagte Pfarrer Udo Otten gestern in seinem geistlichen Grußwort bei der offiziellen Eröffnung der Einrichtung. Ein guter Tag sei es für die pflegebedürftigen Menschen, die durch die Tagespflege nun länger in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld bleiben könnten anstatt in ein Heim zu müssen. Ein guter Tag sei es aber auch für die pflegenden Angehörigen der Demenzkranken, die durch die Mitarbeiter der Grafschafter Diakonie entlastet würden und somit neue Freiräume bekämen. Und somit sei es auch ein guter Tag für Rheinberg, „weil wir eine wichtige Versorgungslücke schließen“ – nämlich die zwischen ambulanter und stationärer Pflege.

Angehörige sollen wieder ihr eigenes Leben haben

Otten hatte das Gleichnis vom barmherzigen Samariter gewählt, um die Arbeit in der Tagespflege zu skizzieren. So wie die Herberge, in die der Samariter im Gleichnis den schwer verletzten Mann bringt, solle die Tagespflege „ein Ort der Pflege und liebevollen Betreuung“ sein.

Dass die Grafschafter Diakonie Rheinberg als Standort gewählt habe, liege an den „optimalen Rahmenbedingungen“, die man in der Stadt vorgefunden habe, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Hartmut Kirchhoff. Vom Investor über den Mietvertrag und die Architektur des barrierefreien Neubaus bis zu den Mitarbeitern habe einfach alles gepasst: „Die Voraussetzungen sind hervorragend.“

Bisher haben sich je drei Tagesgäste für den Montag und den Dienstag angemeldet. Das Angebot soll nun sukzessive ausgebaut und auf weitere Wochentage erweitert werden. In einem Jahr, so hofft die Leiterin der Tagespflege, Anja Werner-Kubitz, könnte die Tagespflege dann mit maximal 18 Gästen täglich voll ausgelastet sein.

Das achtköpfige Team um die Leiterin will vor allem eines: Leben in den Alltag der Tagesgäste bringen und deren Wünsche in den Mittelpunkt stellen. So soll es gemeinsame Mahlzeiten, Gymnastik, Musizieren und andere kreative Tätigkeiten geben. „Für alle, die sich unsere Arbeit erst einmal anschauen möchten, gibt es jeweils einen kostenlosen Schnuppertag“, sagt Dietrich Mehnert, der Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie.

Die Kosten für einen Tag in der Rheinberger Tagespflege liegen – je nach Pflegestufe – zwischen gut 60 und knapp 70 Euro inklusive Unterkunft und Verpflegung. Die Mitarbeiter der Grafschafter Diakonie berechnen gerne den individuellen Tagessatz und informieren über das Angebot: 02843/4640. Unter dieser Nummer können Interessierte auch einen kostenlosen Schnuppertag vereinbaren.

 
 

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