Deich in Rheinberg-Orsoy: Auf den letzten Metern

Burkhard Drenkpohl, Deichgräf Viktor Paeßens und Henjörg Hahn  (v. links).
Burkhard Drenkpohl, Deichgräf Viktor Paeßens und Henjörg Hahn (v. links).
Die vor knapp eineinhalb Jahren begonnene Teil-Sanierung des Rheindeiches in Orsoy steht kurz vor der Fertigstellung. Radweg krönt das Millionen-Projekt.

Rheinberg.  Ende des Jahres ist es soweit: Nach monatelanger Arbeit wird der neue Deichabschnitt zwischen Ossenberg und Drießen „vor den Toren Orsoys“, wie Viktor Paeßens es sagt, freigegeben. Der Deichgräf ist stolz auf den sanierten Deich, hier steckt viel Arbeit drin. Schließlich müssen selbst kleinste Details passen, damit am Ende des Tages nicht alle Arbeit umsonst war. Nachdem im vergangenen Jahr der 750 Meter lange Deichabschnitt zwischen Kläranlage und der Molchstation der Solvay fertiggestellt wurde, wird Ende August, also kurz vor der hochwassergefährdeten Zeit, die Sanierung des dritten Abschnittes abgeschlossen, erklärt Henjörg Hahn, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer der Hahn-Bender GmbH.

Beginn der Sanierungsarbeiten war im April vergangenen Jahres aufgrund veralteter Technik. Aus diesem Grund beauftragte der Deichverband Orsoy eine Arbeitsgemeinschaft aus den Firmen Heitkamp Erd- und Straßenbau sowie Ecosoil Nordwest GmbH. Die Kosten in Höhe von 7,8 Millionen Euro trägt das Land Nordrhein-Westfalen, damit liegen die Ausgaben heute kurz vor der Fertigstellung rund eine Million Euro über den damals veranschlagten Kosten.

Stadt hat Ausbau angeboten

Für Paeßens ist jedoch auch wichtig, dass den Bürgern klar ist, wie wichtig die Deiche für die Region sind: „Für den Deichbau muss man auch mal investieren.“ Henjörg Hahn veranschaulicht bei allen Kosten aber auch einen der Vorteile der geplanten Saniermaßnahmen: „Wir konnten einen großen Teil der alten Materialen wiederverwenden.“

Auf der Krone des sanierten Deiches entsteht nach dem Abschluss der Arbeiten ein Rad- und Fußgängerweg. „Die Infrastruktur ist nicht unsere Aufgabe“, macht Paeßens klar. Die Stadt Rheinberg sei aber auf ihn und den Deichverband zugekommen und habe angeboten, einen drei Meter breiten Weg auf der Deichkrone zu bauen. Die Kosten für diesen liegen bei 300000 bis 400000 Euro. Durch den geplanten Bau dieses Weges mussten aber auch Vorkehrungen getroffen werden, um den Ausgleich der Natur zu garantieren. Viktor Paeßens ist jedoch sicher, dass der Weg bei den Bürgern gut ankommen wird: „Das ist ein schönes Angebot für die Bürger, hier auf dem Deich zu fahren.“ Wenn alle Bauabschnitte fertiggestellt sind, kann man dann sogar von der Weseler Brücke bis ins Orsoyer Land fahren und den Ausblick auf den Rhein genießen.

Eines sei aber trotz alledem wichtig: „Der Hochwasserschutz darf keinesfalls leiden“, so Paeßens. Deshalb haben am Deich auch die Schafe Vorrecht, immerhin sind sie für den natürlichen Ausgleich verantwortlich. Um die Sicherheit der „Grasfresser“ zu gewährleisten, soll um sie herum ein Zaun errichtet werden.

Wenn der Bauabschnitt fertiggestellt ist, soll außerdem in Ossenberg am vierten Abschnitt ein Parkplatz mit 38 Stellflächen gebaut werden. „Früher haben die Leute dort wild geparkt, weil es keine Parkplätze gab“, erinnert sich Paeßens. Bei allen Bauvorhaben stellt er klar: „Für uns hat der Hochwasserschutz klare Priorität!“

 
 

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