Das Prinzentreffen in Ossenberg lockte wieder viele Tollitäten an

34 närrische Tollitäten waren der Einladung zum niederrheinischen Prinzentreffen in Ossenberg gefolgt.
34 närrische Tollitäten waren der Einladung zum niederrheinischen Prinzentreffen in Ossenberg gefolgt.
Foto: Peter Bußmann
Das Treffen der närrischen Tollitäten sorgte erneut für viel Zulauf in der Schlossremise.

Rheinberg-Ossenberg..  Es war wieder mal ein traumhaft schönes Bild. Schritt man durch das Torgebäude, erblickte man ein Fackel- und Lichtermeer. Hell angestrahlt erhob sich das Ossenberger Schloss vor dem nachtschwarzen Himmel, die urig knorrigen Bäume auf dem gepflegten Rasen davor schimmerten in rotem Licht. Zur Remise, wo das Ereignis des Jahres vieler niederrheinischer Karnevalisten im jetzt 14. Jahr stattfand, führte ein langer, von Fackeln begrenzter Weg. Fast meinte man, über einen roten Teppich zu schweben. Und in der Remise erwartete die eingeladenen närrischen Tollitäten eine tolle Bühne, die Ossenbergs Hobbykünstler Alex Lehmann geschaffen hatte. „Das ist ein ganz tolles Bild“, schwärmte so mancher Besucher.

Karen Herzogin von Urach und ihre Ehemann Wilhelm Herzog von Urach hatten als Gastgeber des Ossenberger Prinzentreffens Schloss und Remise festlich herausgeputzt. Begonnen hatte das tolle närrische Ereignis einst als Idee des Ossenberger Karnevals-Ausschusses Gemütlichkeit (KAG), der ein gastliches Ambiente für ein Prinzentreffen suchte.

Die fanden in den ersten Jahren im Schloss selbst, im traumhaften Rokokosaal statt. Da hieß der Treff noch Niederrheinisches Prinzentreffen. Die zauberhafte Atmosphäre des Ossenberger Schlosses sprach sich bis in den Köln-Aachener Raum und ins Münsterland herum. Schließlich meldeten sich so viele Vereine, dass die Remise für den närrischen Treff her musste. Der wurde nicht nur zum Geheimtipp, sondern ist inzwischen längst in anderen Orten am Niederrhein kopiert. Daher nennt die KAG ihn heute Ossenberger Prinzentreff. Ein Alleinstellungsmerkmal, eben auf den Ort bezogen.

Punkt 18 Uhr wurde es voll. Herzogspaar und Ehrenpräsident Karl Caniels warteten schon auf Prinzen und Gefolge. Die kamen geballt. 35 Tollitäten hatten sich angemeldet, manche kamen mit ihrem ganzen Verein nach Ossenberg. Wie die Kranenburger mit 80 Narren, die Klever und die Gocher mit jeweils 60.

Das Zelt platzte aus allen Nähten

Während die Prinzen in der herzöglichen Remise empfangen wurden, dort hatte die freundliche Frauenriege der KAG für Speise und Trank gesorgt, blieben die Narren von 34 Vereinen, viele mit Bussen angereist, im Festzelt an der Kirchstraße. Alleine aus dem Kreis Wesel hatten 18 Vereine und fünf Musikzüge ihr Kommen zugesagt. Das Zelt platzte schnell aus allen Nähten.

Sitzungspräsident Ludger Opgenorth hatte in Generalstabsarbeit die Auftritte der Vereine vorbereitet. Die Stimmung war schnell auf dem Höhepunkt.

In der herzöglichen Remise trafen sich derweil die Tollitäten. 35 Prinzenpaare oder Einzelprinzen drängten sich mit ihren Adjudanten. Schade, dass die närrische Session nur so kurz sei, beklagte der KAG-Ehrenpräsident, der kurzfristig für seinen erkrankten Präsidenten Horst Neumann einsteigen musste. Dadurch fehlten einige Prinzen, die andere Termine hatten. Caniels dankte dem herzöglichen Paar, stellte seinen Prinzen Harald I. den Musikalischen als Vollblutmusiker und Vollblutnarren vor, begrüßte Kinderprinzessin Alia I., Landtagsabgeordneten René Schneider (SPD), der mit einer Gegeneinladung in den Landtag konterte, Kurt Kröll und Heinz Hendricks von der Volksbank Niederrhein und Solvay-Werksleiter Richard Rösler, die die Veranstaltung unterstützten.

Bürgermeister Hans-Theo Mennicken outete sich als Vollblutkarnevalist, berichtete, dass er zur Beichte in St. Peter überredet worden war. Den Namen der Dame, mit der er fremd gegangen war, wollte er dem Pfarrer nicht nennen. Der wollte es genau wissen: Marie aus der Gelderstraße oder Gertrud aus Winterswick? Die Absolution bekam er nicht, doch jetzt hatte er ein paar neue Adressen. Das war nach dem Geschmack der Narren. Prinz Harald grüßte mit einem langen gereimten Gedicht, Alia, die Kinderprinzessin, traf deren Herzen mit ihrer flotten Begrüßung. Prinz Harald wurde zum meist geküssten Mann: Paare, Prinzen und Prinzessinnen erhielten seinen Orden. Natürlich stets mit Bützchen. Um 20 Uhr wurde es noch mal fast gigantisch: Alle Paare, Prinzen und Prinzessinnen, zogen gemeinsam in das Festzelt ein. Zwei Stunden hatte da schon ihr Anhang närrisch getobt. Auf alle wartete noch ein langes Programm, so dass der Prinzentreff für Viele unvergessen bleiben wird.

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