Das Dream-Team vom Dröstepass

Foto: Markus Weißenfels
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Alpen-Veen.. Felder soweit das Auge reicht. Nur dann und wann ist ein Hof am Horizont zu sehen. Schmale Wege führen ins Grün – inmitten dieses Idylls befindet sich der Teckelzwinger vom Dröstepass.

Dass hier zwei frischgebackene Weltmeister wohnen, lässt sich erstmal schwerlich erkennen. Gewährt die Herrin des Hauses, Maria Spettmann, dann aber Eintritt, wird schnell klar: Hier wohnt jemand, der in seinem Leben schon viele Wettkämpfe bestritten hat. Im Wohnzimmer von Maria Spettmann steht eine Glasvitrine – vollgepackt mit glänzenden Pokalen. Auch darauf passt kein einziges Exemplar mehr, so dass ein Tischchen schon als neuer Pokalhalter dienen muss. „Das ist längst nicht alles. Im Keller sind noch weitere Trophäen in Kartons verpackt“, erzählt Maria Spettmann.

Ein echtes
Dream-Team

Das Dream-Team, das verantwortlich für das Pokal-Meer im Hause Spettmann ist, sind der 15-jährige Enkel Niklas und der neuneinhalbjährige Teckel Hamlet von Dröstepass. Mit fünfeinhalb Jahren hat Niklas mit dem Junior-Handling angefangen und glänzt seitdem bei internationalen Wettbewerben als Bester seines Landes. Die meiste Zeit war er natürlich mit dem Rüden Hamlet unterwegs, der aus der Teckelzucht seiner Oma Maria stammt. „So einen wie Hamlet gibt es kein zweites Mal“, ist sich Maria Spettmann sicher. Schon früh erkannte sie das Talent des Hundes und seine spezielle Bindung zu ihrem Enkel. „Als ich Hamlet nach vier Monaten leinenführig machen wollte, ging er schon wie ein alter Hase an der Leine, hob sein Köpfchen elegant in die Höhe“, schwärmt die Veenerin.

Attribute, die beim Junior-Handling von großer Wichtigkeit sind. Denn hier gilt es in der Hauptprüfung Figuren in einem Viereck zusammen zu laufen – und zwar in perfekter Harmonie. An einer dünnen Leine, die möglichst zum Fell des Teckels passt, führt Niklas dann seinen Hamlet in T-Form, in L-Form, einer Geraden oder einem Dreieck über den Platz. Eleganz ist dabei gefragt. Niklas muss deshalb „im Ring“ in beigefarbener Hose und hellem Jagdblazer möglichst leichtfüßig neben Hamlet laufen.

Viel Fahrerei
und hartes Training

Mittlerweile sind die Zwei ein eingespieltes Team. Nur kurz vor einem Wettkampf geht es zum Training auf das Feld gleich hinter dem Häuschen am Bergweg. Natürlich war dies nicht immer so. „Anfangs mussten wir viel trainieren“, erinnert sich Niklas. „Ja, vor allem, dass Du die Füße während des Wettkampfes hebst und nicht durch den Ring schlurfst“, lacht die Oma. Zusammen hat das Dreiergespann viel erlebt. Legten in der Vergangenheit bis zu 20 000 Kilometer im Jahr zurück, um an speziellen Trainings und Wettkämpfen teilnehmen zu können. Den Lohn für soviel Arbeit konnte sich das Team nun in Dänemark abholen: Das Dream-Team vom Dröstepass wurde WUT-Weltsieger 2010. Die Krönung einer Karriere. „Und wenn man soetwas erreicht hat, ist es schwer, sich für Neues zu motivieren“, weiß die Oma. Zudem auch Hamlet nicht mehr der Jüngste ist. Einer wie er, der eventuell in seine Pfotenstapfen tritt, ist nicht in Sicht.

So wird Niklas seine Karriere als Junior-Handler langsam ausklingen lassen, im Sommer nächsten Jahres in Prag aber noch einmal versuchen, seinen Titel zu verteidigen. Und dann? Ja, dann wird er es wohl seiner Oma gleichtun und mit seiner ersten eigenen Hündin eine Teckelzucht beginnen. Und wer weiß, vielleicht findet sich unter diesen Welpen wieder einer wie Hamlet.

 
 

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