Dank Café Böhnchen sonntags nie mehr allein

Ute Donath und Christiane Culp sind zwei der fleißigen Helferinnen im allsonntäglichen Café Böhnchen.  Foto: Gisela Weißkopf / WAZ FotoPool
Ute Donath und Christiane Culp sind zwei der fleißigen Helferinnen im allsonntäglichen Café Böhnchen. Foto: Gisela Weißkopf / WAZ FotoPool
Foto: Gisela Weißkopf / WAZFotoPool

Rheinberg. Das Café Böhnchen läuft seit Mai sehr erfolgreich: Es führt viele Menschen zusammen. Und es werden auch neue Pläne geschmiedet.

Die Zeit der ruhigen Sonntage ist vorbei. Ab jetzt kann jeder, der möchte, nach Herzenslust klönen und Kaffee und Kuchen genießen. Was die Evangelische Kirchengemeinde im Mai als Versuchsballon startete, wurde ein voller Erfolg. „Das läuft viel besser als erwartet“, sagt Marga Freckmann, eine der ehrenamtlichen Damen, die seither sonntags von 14 bis 17 Uhr ihre Gäste im Evangelischen Gemeindezentrum an der Groten Gert empfangen.

Das nächste Mal wird gesungen

„Wir haben immer zwischen 40 und 50 Gästen“, erklärt Freckmann. „Unsere Zielgruppe waren eigentlich die Witwen, die am Sonntag zum Friedhof gehen.“

„Die Sonntage sind die Schlimmsten für Alleinstehende“, weiß Christiane Culp, Presbyterin der Evangelischen Kirchengemeinde. Ihr 76-jähriger verwitweter Vater litt darunter und fand in seiner westfälischen Heimat ein Gemeindehaus, das sich sonntags mit Leben füllt.

Käthe Geßmann, Ur-Rheinbergerin, kam aus der Stadt, Gertrud Bresser aus Winterswick. „Das ist eine schöne Idee mit dem Café Böhnchen“, sagen beide, genießen den Dritte-Welt-Kaffee aus ökologischem Anbau und den tollen Kuchen. Alles liebevoll von der Ehrenamtscrew um Anke Sczesny gebacken. Sie ist der Kopf, zu der neben Culp und Freckmann auch Käthe Karoly und Ute Donadt gehören.

Siegfried Berndt ist mit Ehefrau Inge häufiger Gast des Sonntagscafés. „Einfach eine tolle Sache“, lobt er. Nächsten Sonntag ist er nicht nur Gast. „Da machen wir einen musikalischen Nachmittagskaffee“, lacht er. Mit seinem Akkordeon wird er zum Mitsingen von Volks- und Wanderliedern einladen.

Claudia und Matthias Clages sind mit ihren drei Kindern aus Nersingen bei Ulm zu Besuch bei Presbyter Stephan Brockschmidt. „Das ist einfach Klasse hier“, schwärmt Mutter Claudia, während die Kinder den Kuchen kosten. „Bei uns fehlt so was.“

Einer der ältesten Besucher ist Heinrich Knur. Der 91-Jährige hat sich schick gemacht, sitzt in großer Damenrunde. Als Hahn im Korb. Ihn begeistert die Café-Idee. „Man muss ja unter Leuten bleiben“, meint der Alleinstehende, der einsame Stunden kennt. „Wenn alles gut läuft, werde ich nebenan einziehen“, hofft er. „Nebenan“ ist der Rohbau, der auf der Wiese neben dem Gemeindehaus entsteht. Seniorengerecht mit einer Tagespflegeeinrichtung wäre das Haus auf ihn zugeschnitten. Auch für das Café Böhnchen bieten sich da weitere Aktivitäten, sinniert Anke Sczesny in die Zukunft. Es soll nicht nur bei Kaffee und Kuchen bleiben. „Künftig werden wir auch Programm mit Musik und Vorträgen bieten.“

Das jetzige Café Böhnchen soll nur ein Anfang sein. Geplant ist auch, das Café demnächst auch dienstags zu öffnen.

 
 

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