Cassellys haben seit acht Generationen Zirkus im Blut

Die Cassellys haben den Zirks im Blut: Antonio mit Luis, Oma Marianne,  Jonny junior.
Die Cassellys haben den Zirks im Blut: Antonio mit Luis, Oma Marianne, Jonny junior.
Foto: WAZ FotoPool
Am Samstag startet wieder der Weihnachtszirkus in den Xantener Wallanlagen. Bei den Cassellys wird Familie großgeschrieben. Vom Urenkel bis zur Großmutter stehen alle in der Manege.

Xanten.  Zum zweiten Mal hat der Zirkus „Jonny Casselly“ seine Zelte am Ostwall in Xanten aufgeschlagen. Und auch dieses Jahr heißt es: Manege frei für den Weihnachtszirkus – denn die Familie Casselly hat sich zur Weihnachtszeit wieder ein ganz besonderes Programm einfallen lassen. Dass es sich beim Zirkus Casselly wahrhaftig um einen Traditionszirkus handelt, zeigt sich daran, dass er mittlerweile in der achten Generation geführt wird und ein echtes Familienunternehmen ist. Das älteste Familienmitglied ist die 90-jährige Oma Marianne, der jüngste Zirkusnachwuchs gerade einmal fünf Monate alt. Insgesamt hat Oma Marianne zehn Kinder, 48 Enkel und 16 Urenkel. Und alle sind dem Zirkus treu geblieben. „Sie sind zwar nicht alle hier bei uns im Zirkus geblieben“, bedauert die 90-jährige ein bisschen, „aber ich weiß, dass unser Erbe gut weitergeführt wird.

Alle müssen vielseitig sein

Doch wie schaffen es zwanzig Familienmitglieder einen ganzen Zirkus zu stemmen? „In einem Familienbetrieb müssen alle vielseitig sein“, erklärt Zirkusdirektor Jonny Casselly Junior. „Nur so kann man mit wenig Leuten viel präsentieren.“ Deshalb können fast alle Familienmitglieder den Part des anderen übernehmen. Sei es bei der Akrobatik, beim Kunstreiten oder als Clown – beim Zirkus Casselly macht jeder alles und jeder weiß, was zu tun ist. und bei einer Vorstellung steht jedes Familienmitglied mehrmals in der Manege. So wie Antonio Casselly, der als Clown, als Hundedresseur, als Akrobat und als Kunstreiter zu sehen ist.

Da bei den Cassellys das Zirkusgen anscheinend im Blut liegt, steht auch der Nachwuchs schon früh im Mittelpunkt des Geschehens. Der fünfjährige Miguel stellt die Großen mit seiner Akrobatiknummer sogar schon in den Schatten. „Eigentlich fangen die Kinder als Clown an, denn da kann nicht viel schief gehen“, so Jonny Casselly. „Aber Miguel ist in seine Rolle richtig reingeboren.“ Obwohl er alle Nummern seiner Kinder und Enkel in und auswendig kennt, verpasst der stolze Vater und Opa keine Vorstellung. Von der ersten bis zur letzten Minute verfolgt er jeden Auftritt. Eine Zirkusschule hat kein Mitglied der Großfamilie besucht. Alles was gelernt wird, wird von den Eltern beigebracht. An einen anderen Beruf hat noch keiner der Familie gedacht. Denn in den Zirkus wird man reingeboren und kennt nichts anderes.

Auch geheiratet wird meist nur unter Zirkusleuten. Paare lernen sich bei Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern kennen und lieben – Zirkus verbindet eben. Die Frauen verlassen dann in der Regel ihren Familienzirkus und steigen im Zirkus des Ehemannes ein. Da Jonny Casselly und seine Frau Maria neben vier Töchtern auch drei Söhne haben, machen sie sich keine Sorgen, dass ihr Zirkus aussterben könnte. Außerdem hat Sohn Antonio mit dem fünf Monate alten Luis schon für die nächste Generation gesorgt.

Familie an erster Stelle

Da die Familie bei den Cassellys an erster Stelle steht, möchten sie auch in ihrem Programm etwas für die ganze Familie bieten. Viel Lob gab es schon im letzten Jahr für das gemütlich geschmückte Vorzelt, daher gibt es auch dieses Mal einen kleinen Weihnachtsmarkt. Wer zur Vorstellung an Heiligabend mit einer Weihnachtsmütze erscheint bekommt eine kleine Überraschung. Und da es ja ein Weihnachtszirkus ist, wird auch die Weihnachtsgeschichte in das Programm mit eingebunden.

In die Domstadt kommt Familie Casselly übrigens immer besonders gerne. „Zum einen ist das Publikum hier in Xanten einfach toll“, findet der Zirkusdirektor. „und auch von der Stadt bekommen wir wirklich erstklassige Unterstützung.“ Daher kann man wohl mit Sicherheit sagen, dass es nicht das letzte Gastspiel des Zirkus Casselly in Xanten sein wird.