Bunt, bunter, Rheinberg – der Karnevalszug

Foto: Christoph Karl Banski
Wenn Clowns, Hexen oder Indianer die Straßen von Rheinberg bevölkern, kann das nur eines bedeuten: Die Jecken sind wieder los.

Rheinberg..  Wenn Clowns, Hexen oder Indianer die Straßen von Rheinberg bevölkern, kann das nur eines bedeuten: Die Jecken sind wieder los. „De Stadtkass ös leck, doch wej bliewe geck!“ – unter diesem Motto setzte sich gestern der Rheinberger Rosenmontagszug pünktlich um 14.11 Uhr in Bewegung. Tausende Rheinberger und Nichtrheinberger Jecken waren gekommen um die zahlreichen Motivwagen zu bestaunen und um – natürlich – vor allem so viel Kamelle wie möglich abzustauben.

Kunterbunt ging es nicht nur im närrischen Fußvolk zu. Die vielen Motivwagen, Fußgruppen und Musikzüge sorgten für tolle Stimmung. Unter ihnen waren auch einige Zugteilnehmer aus Kamp-Lintfort angereist, vor allem waren aber aus allen Rheinberger Stadtteilen Gruppen dabei. So hatte die Pumpennachbarschaft „Om de 11 Hüser“ eine rollende Pizzameile auf die Straße gebracht, die Alpsrayer Puppenkiste schickte Jim Knopf und Urmel aus dem Eis ins Wagenrennen und die Wallacher Piratenraudis eroberten mit einem riesigen Piratenschiff Rheinbergs Straßen. Angeführt wurde der Zug natürlich mit einer Zuglok und dem Zugleiter der Rhinberkse Jonges und auch Prinz Markus II. der Aufbauende jubelte seiner bunten Narrenschar zu.

Rheinberger Pleitegeier

Häufig zu sehen, waren auch die symbolischen Pleitegeier, die Rheinbergs schiefe Haushaltslage auf die Narrenkappe nahm. Aber auch wild ging es in diesem Jahr zwischendurch immer wieder zu. Karneval der Tiere hätte das Untermotto des diesjährigen Zuges sein können. Aber nicht nur unter den Akteuren schunkelten Zebras, Giraffen und Löwen gemeinsam. Auch bei den Besuchern waren die kuscheligen Ganzkörperkostüme beliebt. Denn trotz strahlendem Sonnenschein, waren die Temperaturen im Gegensatz zur Stimmung eher kühl. Ob Pinguin, Känguru, Affe oder Frosch, aus dem Tierreich war fast alles auf den Rheinberger Straßen vertreten. Sogar ein waschechter Kölner Jung zog das Rheinberger Getümmel dem Rosenmontagszug in seiner Geburtsstadt vor. „Mich hat es wegen der Liebe hier hin verschlagen“, sagt Peter Eysen. „Aber auch in Rheinberg kann man sehr schön Karneval feiern. Es ist schön familiär hier.“ Für Birgit Klaus war es der erste närrische Lindwurm in Rheinberg. Sie ist erst im November aus Krefeld hergezogen und ließ sich überraschen. „Jetzt wollten wir doch mal schauen, was Rheinberg in Sachen Karneval zu bieten hat“, so Birgit Klaus. „Es ist zwar ganz anders, als das was ich kenne aber auch schön. Ländlich eben.“

Einige Jecken trotzen aber auch den frostigen Temperaturen. Sonja und Conny aus Borth hüpften als Piratenbräute in Knappen Kostümen zur Musik. „Wer schön sein will muss leiden, da muss man dann durch“, meint Sonja. „Außerdem kann man sich ja durch gewisse Getränke auch von Innen wärmen.“ Ebenso ein Hingucker war die Fußgruppe „Der Club der Pinken Frisösen“, die bunt kostümiert mit dem Slogan „In Rheinberg geht ganz vieles platt, nur Friseure haben wir satt!!“ auf das Überangebot, vor allem in der Rheinberger Fußgängerzone, an Haarkünstlern aufmerksam machten. Das Schlusswort beim diesjährigen Rosenmontagszug hatte die Pumpennachbarschaft Alpsray. In einem bayrischen Brezelwagen verabschiedeten sie sich mit den Worten: „In der Kasse is nix drin, wir feiern trotzdem weiterhin!“ Und so sah es auch das närrische Fußvolk. Der letzte Wagen bedeutet noch lange nicht das Ende des Höhepunkts der diesjährigen Session. In den Bars und Kneipen wurde anschließend noch bunt weitergefeiert.

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