„Brot und Spiele“ - Opdenhövel serviert Schweine-Euter für die ARD im Xantener APX

Matthias Opdenhövel lud zu „Brot und Spielen“ in die ARD. Und nach Xanten kamen: Ex-Boxer Henry Maske, Schauspieler Ralf Moeller und Co-Moderatorin Mareille Höppner (v.l.).
Matthias Opdenhövel lud zu „Brot und Spielen“ in die ARD. Und nach Xanten kamen: Ex-Boxer Henry Maske, Schauspieler Ralf Moeller und Co-Moderatorin Mareille Höppner (v.l.).
Foto: Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool
Wenn ein Tagesschau-Sprecher Riemchen-Sandalen trägt und ein Ex-Boxer sich mit einem Schauspieler duelliert - dann ist Geschichtsstunde in der ARD: Matthias Opdenhövel moderierte „Brot und Spiele“ live im Archäologischen Park in Xanten - und tischte seinen Promis historisch korrekt Schweine-Euter auf.

Essen. Der Bewohner des antiken Rom war uns modernen Mitteleuropäern ähnlicher, als man vielleicht denkt: Vergnügen und Genuss waren die Hauptsache, dann brauchte man sich um Politik und das Elend der anderen auch keine Sorgen zu machen. Diese beliebte Strategie der römischen Kaiser, um ihre Untertanen gefügig zu machen, nennt sich verkürzt „Brot und Spiele“. Vor diesem Hintergrund ist die Redensart vielleicht nicht unbedingt der beste Titel für eine Samstagabend-Show. Unterhaltsam waren die Wettkämpfe der prominenten Kontrahenten allerdings.

Zwei Teams traten gegeneinander an: Die roten Bären und die blauen Löwen. Beide Teams bestanden aus je einem kampferprobten Hünen (Boxer Henry Maske bei den Löwen und Schauspieler Ralf Moeller bei den Bären), einem Denker (Bernhard Hoëcker, Bären, und Tagesschau-Moderator Jens Riewa für die Löwen) sowie jeweils zwei schlauen Damen, als da wären Maite Kelly und Andrea Kaiser für die Löwen und Franziska van Almsick und Christine Neubauer für die Bären. Natürlich trugen alle Teilnehmer zeitgenössische Kleidung: lange, wallende Gewänder für die Damen, Miniröcke für die Herren. Matthias Opdenhövel und Mareile Höppner führten durch die ARD-Show, die in der Arena im Archäologischen Park in Xanten – also an einem antiken Originalschauplatz – stattfand. Acht Spiele galt es zu gewinnen, Punkte gab es in aufsteigender Reihenfolge, also für das erste Spiel einen Punkt, das zweite Spiel zwei und so weiter.

Jens Riewa mit Riemchen-Sandalen und 35 Kilo Marschgepäck

Jens Riewa hatte sich intensiv auf die Show vorbereitet, mehrere Bücher (unter anderen ein antikes Kochbuch) gelesen und eine Grundausbildung zum Legionär absolviert. Riewas Ausflug ins antike Militär war trotz scheuernder Riemchen-Sandalen und 35 Kilogramm Marschgepäck vergnüglich – zumindest für den Zuschauer. Dennoch verlief der von ihm vermutete Limes nicht so wie der echte. Gleich bei diesem ersten Spiel zeigte sich: Die Bären hatten mit Bernhard Hoëcker einen echten Trumpf in der Hinterhand. Auch beim Bau eines Bogens inklusive Schlussstein und beim Artefakte-Raten lagen die Bären aufgrund Hoëckers enormen Wissens vorne.

Es sah lange nicht so aus, als könnte das Löwen-Team die Bären noch einholen. Die originalen Artefakte aus dem Ausgrabungsgebiet in Xanten trieben Moderator Opdenhövel übrigens die Schweißperlen auf die Stirn. Die ausgiebige Inspektion durch die Promis mussten die antiken Fundstücke unbeschadet überstehen. Kamen sie den kostbaren Stücken zu nahe, warnte sie der Moderator mit einem immer lauter werdenden „Nicht anfassen!“

Matthias Opdenhövel kostet Schweine-Euter am Spieß

Erinnerungen an eine beliebte RTL-Sendung wurden beim vierten Spiel namens „Speisekammer“ wach. Hier mussten die Teams herausfinden, welche acht von 16 vorgeschlagenen Gerichten wirklich von den alten Römern verspeist wurden und durften diese natürlich auch probieren. Die Flamingozungen und die vergorene Fischsauce mundeten zwar den Römern, nicht aber den Promis.

Moderator Opdenhövel ließ sich dazu überreden, die Schweineeuter am Spieß zu kosten und fand Geschmack daran. Die Drosseln blieben allerdings unberührt auf den Tellern liegen. Opdenhövel: „Wenn ich in den Dschungel will, sage ich Bescheid.“ Die Amphore mit Gewürzwein war schnell leer. Das Besondere daran: Der Wein war mit reichlich Pfeffer verfeinert, das sei, so der Moderator, im antiken Rom ein Statussymbol gewesen: „Letztendlich hat man da nichts anderes als Steaksauce getrunken.“

Zwischen den Spielen wurden immer wieder informative Einspieler zum Leben im römischen Imperium gegeben. In der Nähe der Arena zeigten Experten in einer Zeltstadt, welchen Berufen die Römer nachgingen und wie man sich damals kleidete. Maite Kelly und Schwimmerin Franziska van Almsick ließen sich in einer römischen Therme zunächst mit Öl und Sand abrubbeln und nahmen dann ein ausgiebiges Bad. Antike Wellness eben.

Henry Maske überzeugt als Gladiator mit Krummschwert

Höhepunkt des Abends war aber der Gladiatorenkampf zwischen Ralf Moeller (der vor zwölf Jahren im gleichnamigen Hollywood-Film bereits einen Gladiator verkörpert hatte) und Box-Weltmeister Henry Maske. Moeller, schwer bewaffnet mit einem acht Kilo schweren Schild und einem kurzen Schwert, schien dem kleineren und leichteren Henry Maske zunächst überlegen. Dieser war als Thraker nur mit einem kurzen gebogenen Schwert und einem wesentlich kleineren Schild ausgestattet. Die Schwerter waren natürlich aus Holz.

Fünf Minuten lang umkreisten sich die beiden Kontrahenten im weichen Sand der Arena. Schiedsrichter zeigten an, wenn einer der Gegner einen Treffer landete. Schon nach wenigen Sekunden stieß Maske sein Krummschwert hinter Moellers Schild, dieser konterte mit seiner puren Masse und schwungvollen Stößen mit dem Schild. Schließlich siegte Maskes Beweglichkeit über Moellers schwere Panzerung. Mit einem 4:2-Sieg sicherten sich die Löwen im vorletzten Spiel sieben Punkte und führten so vor den Bären.

Christine Neubauer gibt ihren Pferden Zunder

Die Entscheidung fiel dann beim Wagenrennen. Christine Neubauer trat für die Bären an und gab ihren beiden schwarzen Pferden, die ihren Streitwagen zogen, richtig Zunder. Zwei Runden in nur 34,98 Sekunden waren das Ergebnis. Auch Andrea Kaiser zeigte sich siegesgewiss. Sie besitzt selbst ein Pferd und scheute auch nicht vor dem wackeligen Wagen zurück. Ein Zusammenprall mit der Bande gleich nach dem Startschuss vermieste ihr aber die Zeit. 38,62 Sekunden waren zu langsam. Siegerteam des Abends waren also die cleveren und schnellen Bären.

 
 

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