Auf nach Europa

Rheinberg..  Heinz Pannenbecker muss einkaufen gehen. Der Schulleiter des Amplonius-Gymnasiums braucht dringend eine blaue Fahne mit goldenen Sternen. „Diese hier haben wir uns von der Stadt ausgeliehen“, sagt Pannenbecker und zeigt auf den Wandbehang im Besprechungszimmer. Nach den Ferien wird es also Zeit für eine eigene, denn für die nächsten zwei Jahre zieht Europa ins Gymnasium ein: Die Rheinberger Schule macht mit beim EU-Projekt Comenius, das mit 22000 Euro gefördert wird.

Nach einem anstrengenden, sehr bürokratischen und fast ein Dreivierteljahr dauernden Bewerbungsverfahren freut sich jetzt nicht nur der Schulleiter, sondern auch die Lehrerinnen Sabrina Schmitz und Jennifer Meiss, die das Projekt betreuen werden. Sie haben gemeinsam mit den Schülern der achten und neunten Klassen eine spannende Zeit vor sich, denn sie werden sechs andere Länder kennenlernen.

Gemeinsam mit Schülern aus Österreich, Spanien, Italien, Griechenland, der Türkei und Rumänien werden sich die Rheinberger Gymnasiasten auf künstlerische Weise mit dem Thema „Arbeitsmarktsituation in Europa“ beschäftigen.

„Kunst ist eine Ausdrucksform, die keine Sprache braucht“, erklärt Sabrina Schmitz das Konzept. „So kann man möglichst viele Leute erreichen.“ Denn das ist die Auflage des Projekts: Die bunte Schülerschar aus insgesamt sieben Ländern setzt sich mit einem europäischen Thema auseinander und macht das Ganze öffentlich. Ganz nebenbei lernen die Mädchen und Jungen viel über fremde Kulturen, soziales Miteinander und natürlich Fremdsprachen. Wenn sieben verschiedene Nationen miteinander kommunizieren, wird das natürlich vor allem auf Englisch sein. Und Spanisch, denn das ist am Amplonius-Gymnasium auch Unterrichtsfach.

Kreative Phase

Nach den Sommerferien wird das Projekt starten. Einmal pro Woche wird es eine AG geben, die zunächst damit beginnt, Fakten über die Arbeitsmarktsituation in Europa zu sammeln. Geteilt werden die Daten auf der Internetplattform „Moodle“, wo auch die ausländischen Schüler ihre Ergebnisse eintragen.

Nach der Datensammlung folgt die künstlerische, kreative Phase, in der zum Beispiel Postkarten mit Motiven der Wirtschaftskrise gestaltet werden, die an Politiker oder Firmenbosse geschickt werden, mit der Bitte um Stellungnahme. Aus den Antworten könnte dann eine Collage entstehen.

Und: Natürlich werden sich die Schüler auch gegenseitig besuchen – insgesamt vier Reisen in fremde Länder wird es für die Rheinberger geben.

 

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