Abtauchen in einer andere Welt

Die Helden von The Witcher zeigen, wie man sich richtig verkleidet.
Die Helden von The Witcher zeigen, wie man sich richtig verkleidet.
Foto: NRZ
In Köln findet derzeit die Spielemesse Gamescom statt – Unter die tausenden Besucher haben sich auch ein Alpener und ein Menzelener gemischt

Alpen/Köln.  Einmal den Kopf abschalten, sich zurücklehnen und in eine andere Welt begeben – das lieben Menschen an Videospielen. Der neueste Schrei heißt dabei Virtual Reality (VR), also die virtuelle Realität. Mithilfe von Brillen mit einer Art integriertem Display werden Spieler noch tiefer in die virtuellen Welten hineingezogen, denn jedes Mal, wenn sie ihren Kopf drehen, dreht sich auch das Bild mit. Bis zum morgigen Sonntag werden wieder Zehntausende Computerspieler nach Köln strömen, um eben jene VR-Brillen und die neuesten Werke der Spieleentwickler zu testen.

Virtuelle Felswand

Laura Ast aus Wesel, Jens Reher aus Menzelen und Dennis Müller aus Alpen testeten auf der Spielemesse den neuesten Trend und waren begeistert. Ziel war es, an einer Felswand hochzuklettern. Mit den an den Händen befestigten Sensoren konnte man den nächsten Vorsprung der virtuellen Felswand greifen und sich so immer weiter nach oben arbeiten. Doch die Umstellung ist erst einmal schwer, weiß auch Laura Ast: „Als ich nach unten geguckt habe, hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Die Wand war direkt vor meiner Nase und ich wollte eigentlich zurückgehen.“ Nach kurzer Eingewöhnung meisterte sie die Prüfung dann aber doch mit Bravour.

Neben Virtual Reality stehen in diesem Jahr vor allem Themen wie E-Sports und die Vernetzung der Spieler im Fokus. Aber eben auch so genannte Ego-Shooter, die nach den jüngsten Vorkommnissen in München wieder in der Kritik stehen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Insgesamt scheint man in der Spielebranche immer häufiger Alternativen zum Einsatz von Waffen anbieten zu wollen. So erklärt beispielsweise ein Entwickler von Ubisoft, dass man bei „Watch Dogs 2“, bei dem man als Hacker durch San Francisco reist und versucht, mit seinem Handy die Umwelt zu hacken und korrupte Politiker und Gesetzesbrüche aufzudecken, neben einer Waffe auch immer zwei alternative Wege hat, um zum Ziel zu gelangen. Zum einen kann man vollkommen geräuschlos durch Missionen gehen und sich überall verstecken, zum anderen kann man mit Hilfe seines Handys und anderer Hilfsmittel aus größerer Entfernung die Aufträge erfüllen. Und das ganz ohne Einsatz imaginärer Waffen.

Doch nicht nur wegen der Spielangebote ist die Gamescom ein echter Publikumsmagnet. Für Dennis Müller ist sie vor allem zum Kontakte knüpfen wichtig. Der Alpener ist Spiele-Entwickler und glaubt, dass ein Austausch vor Ort immer spannend ist. Gerade kleinere, unbekanntere Spiele haben es dem 24-Jährigen angetan: „Ich finde es immer spannend, wie simple Spielideen faszinieren können und für eine Menge Spaß sorgen.“

Eine dieser simplen Spielideen verbirgt sich hinter „Sea of Thieves“. Bei dem Rollenspiel übernimmt man mit mehreren Spielern die Kontrolle über ein Piratenschiff. Jeder Spieler bekommt dabei eine Rolle. Während der eine das Ruder in die Hand nimmt, erhält er von einem weiteren Spieler Richtungsanweisungen, da man als Kapitän aufgrund der großen Segel nicht viel sehen kann. Die weiteren Spieler sind für die Ausrichtung der Segel zuständig. In diesem Spiel kommt es vor allem auf gute Kommunikation und Teamarbeit an, denn Ziel ist es, andere Schiffe zu versenken. Dazu müssen weitere Spieler zum Beispiel an die Kanonen und regelmäßig Löcher unter Deck flicken. Und das alles in einer Art Comiklook. „Das Spiel hat richtig Spaß gemacht“, berichtet Laura Ast. Und auch ihr Freund Dennis Müller und Jens Reher sind sich einig: „Das war definitiv das heutige Highlight.“

Für Jens Reher hatte die Gamescom jedoch auch ein weiteres Ziel: „Das ist hier auch immer eine gute Möglichkeit, bekannte Redakteure von Spielezeitschriften zu treffen oder sich kurz mit Youtubern zu unterhalten.“ Die Chance dazu nutzt er einige Male, so füllt sich sein Handy nach und nach mit Selfies von ihm und einigen Internetbekanntheiten. Und auch die Cosplayer, also Fans, die sich als Spielfigur verkleiden, haben es dem Menzelener angetan. „Die finde ich besonders cool. Allein die Arbeit, die manche in ihr Outfit stecken, ist immer wieder faszinierend.“

 
 

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