Wunderbar unbegreiflich

Foto: WAZ FotoPool

Kamp-Lintfort.  Wer sich mit dem Begriff Mystik auseinandersetzt, verbindet Geheimnisvolles, Unbegreifliches, vielleicht auch Sagenumwobenes damit. Und wer in den nächsten Tagen die Treppen hinab zum Gewölbekeller Kloster Kamp oder hinauf ins Museum steigt, der kann einen Schatz entdecken: Zum 25-jährigen Bestehen des Museums Kloster Kamp haben sich 41 Künstler mit dem Thema Mystik beschäftigt. Herausgekommen ist eine sehenswerte und spannende Ausstellung mit vielen Facetten.

Ein Thema und 41 künstlerische Sichtweisen darauf, vor allem das macht den Reiz der Jubiläumsausstellung aus, für die Kuratorin Deike Dowald ausschließlich Künstler eingeladen hat, die im letzten Vierteljahrhundert schon einmal in Museum oder Gewölbekeller ausgestellt haben. In Öl, in Aquarell, in Acryl, aus Glas, aus Keramik, aus Holz, Papier oder Metall geht es für den einen um den Kosmos, den nächsten um Gotteserfahrung und den anderen um das Wunder Leben.

„Mein Leben war schön“ hat etwa Margareta Eppendorf ihr 3,30-minütiges Video betitelt. In einer Endlosschleife zeigt sie Porträts einer Frau vom Baby- bis ins Greisenalter. Gudrun Kleffe hat sich mit dem Ei als Ursprung allen Lebens beschäftigt: „Ovulum HS“ heißt ihr Objekt aus Holz und Stoff, das wie eine kurz vor der Sprengung stehende Kapsel wirkt. Bei Jürgen Markert steckt die aufgebrochene Eierschale, aus der ein Kreuz ragt, in einem Einmachglas.

Auch die Geburt eines Menschen als Phänomen und Mysterium findet sich als Thema in einigen Arbeiten. So etwa bei Anja Lorenz, die auf gemalte Frauenbäuche Ultraschallbilder gehängt hat.

In „Himmelwärts“ von Elisabeth Abele-Mercator geht es um Erhöhen, vielleicht sogar um Überhöhen eines Menschen. Und bei Karin Koch kommt auch das dunkle Mystische ans Licht - mit Monstern und Gespenstern, die nicht alle auf den ersten Blick zum Fürchten aussehen.

Das und viel mehr ist ab Samstag, 22. September, bis zum 25. November auf dem Kamper Berg zu sehen.

 
 

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