Wo ist die Dickscheheide hin?

Neukirchen-Vluyn..  Die Beleuchtung der Fördertürme auf Niederberg durch die Künstler von Lichtwechsel.Ruhr hat in der jüngsten Vergangenheit für Entzücken gesorgt. Aber da tauchte am Rande auch die Frage wieder auf, die bereits in der Vergangenheit durchaus an der einen oder anderen Stelle für Irritationen gesorgt hatte: Heißt das Gebiet zwischen Neukirchen und Vluyn nun eigentlich Niederberg oder heißt es Dicksche Heide?

Frage an den Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen: „Auf historischen Karten heißt der Bereich Dicksche Heide“, sagte der zweite Vorsitzende Vereins, Thomas Stralka. Und ja, einige Mitglieder hätten ihn in der Vergangenheit auf dieses Thema angesprochen. Die Zeche hieß Niederberg, erinnert Stralka, somit könne man vom Wohnquartier Niederberg sprechen, das Gebiet aber sei die Dicksche Heide.

Sigrid Möhlendick von den Vluyner Klompenfreunden hatte sich ebenfalls schon früher Gedanken über die korrekte Bezeichnung gemacht. Sie ärgerte sich über Zeitungs-Artikel, in denen über das neue „Niederberg“-Wohngebiet geschrieben wurde. „Und jedes Mal kann ich nur darüber den Kopf schütteln“, schreibt sie. In einem Text sei gar vom Stadtteil „Niederberg“ die Rede, lautet die Kritik.

Weiter erklärt sie: „In unserer unmittelbaren Umgebung gab es mehrere Zechen bzw. Schachtanlagen (in neuerer Zeit zusammengefasst unter Ruhrkohle AG), die alle einen Namen trugen: z. B. Pattberg, Rossenray, Rheinpreußen, Diergardt usw., so auch die Zeche ‘Niederberg’ in unserem NV-Stadtteil Dickscheheide. Die Mitarbeiter der Zeche Niederberg waren die Niederberger.“ Es sei wunderbar, dass der Stadtteil durch ein attraktives Wohngebiet bereichert werde. Aber dennoch ist und bleibe es der Stadtteil Dickscheheide.

Ihnen gegenüber sei nichts Anderes als Niederberg kommuniziert worden, sagt Anja Steinhoff, die als Neu-Niederbergerin auf dem Bindestrich ein Haus gebaut hat und im Niederberg-Netzwerk aktiv ist. Und was meint der Heimat- und Verkehrsverein Vluyn?

Dessen Vorsitzender war gestern nicht erreichbar. „Eigentlich ist es Dickscheheide“, weiß Pressesprecher Jürgen Mundta. Er sei an der Etzoldstraße geboren worden und man habe stets gesagt, das sei auf der ‘Dickschen Heide’. Aber letztlich sollten sich die Menschen doch so nennen, wie sie wollen.

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