Wittfeldlädchen ist wieder geöffnet

Moers..  Hell und freundlich und noch geräumiger präsentiert sich das Wittfeldlädchen an der Uerdinger Straße, Ecke Goebenstraße in der City. Bewohner, Handwerkertruppe und Dekorateurinnen des Johann-Heinrich-Wittfeld-Wohnverbundes haben drei Wochen lang die Ärmel hochgekrempelt und den Laden aufpoliert. Jetzt fand die offizielle Wiedereröffnung statt.

Das Warenangebot steht einem professionellen Laden in nichts nach. „Wir holen uns Anregungen von Messen oder aus Katalogen und wandeln sie ab“, berichtet die Leiterin der Therapie, Ellen Langwald. Geschenkartikel aller Art, Schönes, Nützliches und auch lustiges Sinnfreies zur Verschönerung von Haus, Garten und Wohnung steht in den Regalen. „Hier kann man sich richtig wohlfühlen“, beschreibt Monika Vyvers die Atmosphäre im Laden, in dem sie selbst zusammen mit anderen Bewohnern des Wittfeld-Wohnverbundes so gerne arbeitet.

Leiter Axel Loobes nahm gestern auch die Gelegenheit wahr, eine Gedenktafel für den Gründer der Einrichtung, Dr. Johann-Heinrich Wittfeld, zu enthüllen. Der Arzt (1799 bis 1853) rief 1843 die erste Klinik für psychisch Kranke in Moers und der ganzen Rheinprovinz ins Leben, die sich damals noch „Privatanstalt für Gemütskranke“ nannte und als äußerst fortschrittliche Einrichtung galt.

„Die Ideen des Pioniers Wittfeld sind nicht unmodern geworden. Sie werden auch 160 Jahre nach der Gründung noch umgesetzt. Wie beispielsweise das Herstellen von Dingen, die dann hier im Laden verkauft werden, was wiederum dem Haus und den Bewohnern zugute kommt “, weiß Loobes. Denn so erhielten die Betreuten Wertschätzung und positive Erfahrungen.

Der Erlös aus dem Verkauf der schönen Dinge, die die Betreuten in der Arbeits- und Beschäftigungstherapie anfertigen, fließt unter anderem zum Kauf von Material zurück in die Therapie. „Wir finanzieren aber auch die Urlaubsreisen damit“, erklärt Loobes. Beispielsweise reisten die Bewohner in diesem Jahr in den Schwarzwald und an die Ostsee. Die Betreuten freuen sich schon: „Im nächsten Jahr steht ein Flug nach Spanien an.“

Der Wittfeld-Wohnverbund betreut seit 1994 Menschen mit seelischen Erkrankungen stationär an der Voßrather Straße. Betreutes Wohnen gibt es daneben in Repelen und in Hülsdonk, wo auch Jugendliche und Mütter mit Kindern leben. 120 Menschen werden stationär, 180 ambulant versorgt.

Übrigens: Das ehemalige Klinikgebäude Dr. Wittfelds liegt noch heute nicht weit vom Lädchen entfernt an der Uerdinger Straße.

 
 

EURE FAVORITEN