Wir zählen auf Sie!

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Am Niederrhein..  Kinder, wie die Zeit vergeht. Und wie sich eine gute Idee, die in der NRZ-Leserschaft entstanden ist, entwickelt hat. Der Verein „Klartext für Kinder - Aktiv gegen Kinderarmut!“ hat Geburtstag und wird fünf Jahre alt. Gegründet im Schaltjahr 2008 am 29. Februar von einer Handvoll Motivierten, längst eine feste Größe im Sozialsystem unserer Städte mit 250 zumeist aktiven Mitgliedern. Der Vorsitzende Hans-Dieter Wichert versucht zum kleinen Jubiläum im NRZ-Interview, das Phänomen „Klartext“ zu erklären.

Herr Wichert, fünf Jahre sind ja nun kein Riesen-Jubiläum, trotzdem ist Klartext für Kinder in aller Munde. Wie kommt’s?

Wir haben uns den Ruf erarbeitet, dass wir mit den Beiträgen und Spenden sorgsam umgehen. Es kommt bei der Bevölkerung gut an, dass wir alle ehrenamtlich arbeiten und die Spenden fast 1:1 wieder ausgegeben werden. Es gibt nur äußerst geringfügige Verwaltungskosten.

Was bekommen Sie aus der Bevölkerung gespiegelt?

Freunde, Verwandte, Sportkollegen sprechen mich auf unsere Arbeit an und sind voll des Lobes. Das höre ich natürlich gerne, aber wir werden uns weiterhin bemühen, durch gute Arbeit Mitglieder zu werben und neue Spender ins Boot zu holen.

Welche Rolle spielt die NRZ bei der Entwicklung des Vereins?

Eine ganz große. Ich bedanke mich bei allen Verantwortlichen für die großzügige Unterstützung. Ohne die NRZ wären wir längst nicht so bekannt. Dass einige Artikel auch überregional erscheinen, finde ich gut, weil wir so zum Beispiel aus Duisburg, Wesel oder Dinslaken Spenden bekommen. Sogar aus Kornwestheim.

Klartext investiert mittlerweile 100 000 Euro pro Jahr an Spendengeldern direkt in die Hilfe für bedürftige Kinder. Das ist unglaublich viel Geld, wer sind Ihre Spender?

In erster Linie Privatpersonen, mittelständige Unternehmen, Personen, die einen runden Geburtstag feiern, keine Geschenke haben wollen und um Spenden für Klartext bitten.

Das Gros fließt in die Bewilligung von Einzelanträgen, die individuelle Notlagen bei Kindern entschärfen sollen.

Stimmt. Wir besorgen Kindern Fahrräder, damit sie zur Schule oder Freunden fahren können. In den letzten Wochen war warme Kleidung gewünscht, Schreibtische werden benötigt,

Beiträge für Sportvereine werden von uns übernommen und die Sportkleidung. Oft werden Kleiderschränke und Kinderbetten benötigt.

500 Anträge pro Jahr, mobile Kindertafel, Fahrradwerkstatt, Ausflüge, Fußballcamps. Wer stemmt das alles?

Unsere Antragsgruppe ist mit sechs Personen besetzt und hat eine enorme Arbeit zu leisten. Die mobile Kindertafel wird von rund 50 Personen unterstützt, an vier Tagen pro Woche. Ausflüge mit den Kindern werden von uns vorbereitet und gemeinsam mit Sportvereinen und anderen Organisationen durchgeführt. Im letzten Jahr habe ich eine Gruppe zum Zoo nach Gelsenkirchen begleitet, ein tolles Erlebnis für mich. Fußballcamps sind für Kinder, die nicht verreisen können, ebenfalls sehr wertvoll.

Klartext wird mittlerweile in einem Atemzug mit den Wohlfahrtsverbänden genannt. Hypothek oder Ritterschlag?

Hier kann man wohl sagen: Ritterschlag. Wobei unsere kleine, aber schlagkräftige Struktur nicht mit großen Organisationen zu vergleichen ist. Die Wohlfahrtsverbände leisten tolle Arbeit und werden dabei auch vielfach von uns unterstützt. Wir sind Kooperationspartner, die sich verstehen.

Was bringt die Zukunft für die Arbeit von Klartext?

Ich denke, dass wir in Zukunft noch mehr Anträge bekommen, weil viele Familien selbstverständliche Dinge des Alltags für die Kinder nicht mehr kaufen können. Die Armut wächst ständig und somit der Ruf nach Hilfe durch Klartext für Kinder. Wir werden uns weiterhin bemühen, die Wünsche der Hilfesuchenden zu erfüllen. Und in diesen Zusammenhang die Bitte an die Bevölkerung: Spenden sie weiterhin, damit wir bedürftige Kinder unterstützen können!

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