Wenn Primzahlen klingen

Den Bahnhof mal in einem ganz anderen Licht sehen: „Shiny-Toys-Space“ macht’s möglich.
Den Bahnhof mal in einem ganz anderen Licht sehen: „Shiny-Toys-Space“ macht’s möglich.
Foto: Christoph Karl Banski

Moers.. Den Bahnhof mal in einem ganz anderen Licht sehen: Das war wieder einer der abschließenden Höhepunkte des „Shiny-Toys-Space“, das zum mittlerweile zweiten Mal vom soziokulturellen Zentrum Bollwerk 107 ausgehend den Bahnhof illuminierte.

Leider war das Wetter nicht wirklich auf Seiten der Videokünstler. Das Publikum stand in Grüppchen mit Schirmen und unter den Pavillons und sah „Videomapping und Tagtoolen“. Wer genau wissen will, was das ist, der sollte einfach mal beim Shiny-Toys-Space reinschauen. Im Saal des Bollwerks stand auch das Aquarium, mit dem Christian Spieß sein Video drehte. Seine Fische schwammen schließlich um die Fenster des Bahnhofsgebäudes herum.

Bereits im letzten Jahr hatte die Videoinstallation viele Moerser fasziniert. In diesem Jahr flimmerte der Bahnhof sozusagen etwas figürlicher. Real abgefilmte Szenen wie animierte Handpuppen waren zu sehen, sogar alte Videotechnik kam zum Einsatz, wie die im Bild (oben) die digital gemappte, analoge Projektion von Yochanan Rauert.

In der Halle des Bollwerks fand der eigentliche Workshop statt. Hier wurde gebastelt und geschraubt, entwickelt und sogar komponiert.

Wulf ist Künstler aus Mülheim und beschäftigte sich mit seiner Sinfonie aus Primzahlen, die er auf mathematischer Basis in Gitarrenakkorde umsetzte. „Es hat fraktale Ähnlichkeit“, beschreibt er seine Komposition, die auch in anderen Reihen und Formeln weiter entwickelt werden kann. Ein ganzes Netzwerk medialen Schaffens präsentiert sich hier mittlerweile in Zusammenarbeit mit dem Standort Mülheim.

Der Soundtrack zum Blinken

Das vielköpfige Orkestra Crosskultura lieferte am Samstagabend den improvisierten Soundtrack zum Blinken, Flimmern und Formen entwickeln. Der Moerser Tobias Egger zeigte mit seinem Laser Schrift, animierte Logos und Figuren.

Immer wieder ist das Thema, in den alltäglich umgebenden Raum einzugreifen, ihn zu verändern und dadurch neu wahrzunehmen. „Wir wollen Schwellenängste abbauen“, erklärt Veranstalter Jan Ehlen. „Wir sind täglich von extrem vielen Medien umgeben, dass man sich auch einmal vergegenwärtigen muss, wie das alles funktioinert.“

 
 

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